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Volltext: Monatszeitschrift I (1898 / Heft 1)

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hier die Anwendung der Farbe, das heisst 
des Farbendruckes wiederum Dinge er- 
laubt, wodurch dergleichen Unzukömm- 
lichkeiten, zum Theile wenigstens, para- 
lysirt werden. Eine etwas graue Tiefe 
gewinnt durch Überdruck von Blau, 
Roth, Grün ungemein, und so sieht man, 
vielleicht nicht in letzter Linie, aus den 
angeführten Gründen, heute bei der 
Buchillustration die Anwendung von 
farbigen Drucken weit häufiger als früher; 
ist es doch unter Anwendung von drei 
Tönen allein, Schwarz abgerechnet, 
schon möglich, eine riesige Erscheinungs- 
Steigerung zu erzielen. Dem Künstler ist 
also dadurch ein Weitergeben als es das 
„Schwarz-Weiss" allein erlaubt, wesent- 
lich erleichtert. 
Durch die solcherArt gewonnene Er- 
leichterung der Herstellung illustrativer 
Beigaben ist aber eine gewisse Gefahr 
erwachsen, welche direct den innerlichen 
Gehalt der künstlerischen Arbeit be- 
triHt. Es gibt Verleger genug, die 
nicht nach den besonderen künstle- 
rischen Neigungen des Illustrators 
fragen - und jeder hat doch mehr oder 
weniger solche - sondern im Geschick, 
womit ein Thema behandelt ist, die Be- 
fähigung erblicken, alles, sei es wess Inhalt 
es wolle, zu bemeistem. Wie heillos dabei 
neben das Ziel hinaus geschossen wird, 
davon erzählt keine Illustratoren-Er- 
scheinung stärkere Stückchen, als jene, die 
man wie einen Halbgott ansah, Dore. Seine 
bestechende Mache half den Verlegern über 
alle Scrupel hinweg. Die Folge davon war eine ganze lange Reihe 
höchst unglücklich ausgefallener Dinge. Ist er mit seinen tollen 
Phantastereien in den Contes drolatiques von Balzac geradezu unüber- 
trefflich, so wirkt seine Behandlung anderer Stoffe, deren volles 
Verständnis eine gewisse tiefe Empfindung an und für sich schon 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
Studie zu „Life of Napoleon"
	        

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