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Full text: Monatszeitschrift I (1898 / Heft 1)

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In diesen grossen Räumen sind die mächtigen Holz-Giebel die 
imposantesten Theile. Es sind dies keine Erfindungen der Tudor-Zeit. 
Der Giebel von Westminster Hall ist um ein Jahrhundert älter. Durch 
eine zweckentsprechende Anordnung der kleineren Theile wird das 
grosse Gewicht des Eichendaches bis auf die halbe Höhe der Wände 
des Gebäudes heruntergebracht. Die hölzernen I-Iauptträger sind in 
Form geflügelter Engel geschnitzt, die das Ganze zu halten scheinen. 
Der Giebel zu Westminster ist das prächtigste Bauwerk dieser Art im 
Lande; aber auch in vielen der grossen Hallen des XVI. Jahrhunderts 
finden wir Giebel ähnlicher Art, wenn auch klein in den Dimensionen 
und von geringerer Pracht. 
Ohne einigerrnassen mit diesen Constructionen bekannt zu sein, 
ist es nicht leicht, sich einen richtigen Begriff von der in Rede stehenden 
Periode zu machen. 
Bis hinauf in die Zeit der Tudors hatten die älteren Hallen eine 
Feuerstelle in der Mitte und eine Laterne am Giebel darüber, die 
einen Rauchfang vertreten sollte. Penshurst (Kent) und die Schulhalle 
in Westminster haben diese Centralfeuerstelle beibehalten. Mit den 
Königen aus dem Hause Tudor kamen die Feuerungsstellen in der 
Wand und halbclassische geschnitzte Verkleidungen in die Mode. Wir 
finden sie in Häusern der Tudor- und der Elisabethinischen Zeit in 
grosser Mannigfaltigkeit und was Grösse und Pracht betrifft, in ver- 
schiedenen Abstufungen. London in seinen älteren Theilen wies viele 
Stücke solcherArt auf, von denen einige sich jetzt imSouthKensington- 
Museum befinden. 
 
Bank, Mahagoni, um 1770 (South Kensington-Museum)
	        
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