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Volltext: Monatszeitschrift I (1898 / Heft 2)

 
Modernes Inxärieur 
war sehr ungewohnt. Die zierlichen und dabei logischen Formen, die sich der 
Zweckmässigkeit von heute möglichst anschmiegen, die zarten Farbentöne (in der 
Hauptsache ganz helles Grün und Roth von eigenem Stich), die dem weiblichen 
Charakter des Gemachs entsprechen, die Wahl eines nicht abgedroschenen und 
schon durch diese Gewähltheit vornehm wirkenden Materials, das man auch 
seiner Natur nach zur Geltung kommen liess, dazu die nichts weniger als alt- 
ererbten Ziermotive: das Alles übte einen Zauber aus, der seine Fremdartigkeit für 
die elegant erzogene Welt bald verlor. Wir skizziren im Folgenden das viel- 
besprochene Frauengemach, diese hochmoderne Kemenate, wobei wir nur noch 
bemerken, dass die Voraussetzung dafür die Einrichtung eines neuen Heims für 
ein ganz junges Eheglück bildet. 
Wir haben ein viereckiges Zimmer mit einer Erkerwand vor uns. Die Papier- 
tapete der Wände zeigt auf hellgrünem Grunde ein Muster, zu dem die Passions- 
blume das Motiv gibt: Ranken und gei-ingerte Blätter in dunklerem Grün, die 
Blüten hellviolett; dabei die Farben matt und ruhig, die Verschlingungen der 
Ranken weniger geometrisch, als dem Eindruck des freien Zufalls nachgebend. 
(Die Leflefsche Zeichnung wurde in Holzstempel geschnitten und durch die Firma 
Knepper und Schmidt auf Moirepapier gedruckt.) Zur Decke leitet eine breite 
Hohlkehle über, die durch ein zartes Schlingpflanzenmotiv mit hellgrünen Stengeln
	        

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