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Volltext: Monatszeitschrift I (1898 / Heft 2)

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sondern auf zwei in eigenthümlicher Curve gekrümmten Holzträgern, wie sie die 
Modernen liehen. Das Lambris setzt sich, um die Verbindung mit der Hohlkehlen- 
construction herzustellen, in den Ecken nach oben fort, und zwar in der Form eines 
um die Ecke geknickten Pilasters. Die constructive Logik dieser Variante, durch 
die der nichtssagende Tapetenstreifen anderer 
Zimmerecken vermieden wird, liegt auf der 
Hand. In den so verkleideten Ecken sind aber 
auch leicht Beleuchtungskörper anzubringen; hier 
hat jede Ecke fünf Glühlichtblumen, und zwar 
rnit einer Blende hinterjeder, so dass die Leucht- 
körper nicht so gross zu sein brauchen. Die 
Rahmungen der Kehlung endlich bestehen aus 
Mahagoni, das mit einem leicht vergoldeten, 
laufenden Ornament aus feinen Bändern verziert 
ist. Sie sind gleichsam glänzend unterstrichen 
durch messingene Bilderstangen, die an jeder 
Wand durch drei Ringe gehalten werden. In der 
Mitte des zart drapirten Plafonds erblickt man ein 
rechteckiges Oberlicht mit farbigen Scheiben. 
Farbiges Glas schmückt auch das grosse Erker- 
fenster, und zwar Gemälde („Dornröschen" und 
„Aschenbrödel"), die aus amerikanischen Lava- 
gläsern zusammengebleit sind. Die Wände des 
Erkers, der zwei gepolsterte Fauteuils enthält, 
sind mit blauer Seide ausgespannt, nach dem 
Zimmer hin ist er eingerahmt durch schlicht 
niedergehende Vorhänge aus weissem Velvet, 
mit applikirten Mohnblumen. Dem Erkerfenster 
gegenüber führt eine Glasthüre mit Messinggitter 
in das Boudoir der Hausfrau. Sie ist geistreich 
combinirt. Das Glas ist nicht eingekittet, sondern 
wird durch den Messingbeschlag selbst gehalten, 
wobei kleine Kautschukeinlagen das Klirren 
verhüten. , 
Das Thürgitter von geschmiedetem 
Messing hat eine Reihe schlanker, schwert- 
förmiger Lilienblätter, die durch drei grosse 
Querspangen iixirt werden. Um es zum Putzen 
abzunehmen, braucht man nur drei Schrauben 
loszumachen. 
Für den Stubenboden hat Lefier mehrere 
Teppiche entworfen. Der eine zeigt auf einem 
Grunde von schimmerndem Perlgrau blass- 
rothe Mohnblumen, und zwar Stengel, Kapseln 
Glasfenster 
und verstreute Blätter, alles in Kreuzstichweise stilisirt. Ein zweiter orientalisch 
stilisirter Seidenteppich zeigt auf blauem Fond zwei kämpfende Drachen in 
gelben bis rothen Tönen, zwischen die sich ein zapfenartig eingreifendes 
Orntament fügt.
	        

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