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Volltext: Monatszeitschrift I (1898 / Heft 3)

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durchaus Antiquitäten. Der 
eiserne Fahnenhälter rechter 
Hand, aus dem XV. Jahrhundert, 
trägt in der Regel die Fahne der 
Nordpolexpedition von Payer und 
Weyprecht, welche Graf Wilczek 
ausgerüstet und bis Spitzbergen 
und Nowaja-Semlja begleitet 
hatte. 
Die Orgelchorbrüstung dar- 
über aus rothem Salzburger 
Marmor ist eine neue Arbeit im 
Stile des XIV. jahrhunderts. 
Das grosse Fenster des 
Orgelchores, das schon auf dem 
ersten Bilde der Burgansicht von 
Westen her auffällt, ist in seinem 
Masswerke so durchgebildet Romanische: Taufbecken 
worden, dass es die deutschen 
Glasmalereien aus dem XIV. jahrhundert, die aus einem Kloster in 
der Nähe von Gross-Tapoltschän in Ungarn erworben wurden, auf- 
nehmen konnte. Die Orgel ist eine vom Orgelbauer Keller in 
Limburg an der Lahn ausgeführte Copie der schönen Orgel aus 
dem XV. Jahrhundert von Kiedrich im Rheingau. Als interessantes 
Einzelstück ist noch zu erwähnen die vortrefflich gelungene Steinguss- 
copie des heiligen Florian nach wahrscheinlich französischem Original 
aus dem XIII. Jahrhundert im Besitze des Stiftes St. Florian. 
Wendet man sich nun gegen die Südwand der Kapelle, so hat 
man einen Anblick magischer Farbenwirkung. Aus dem Dämmerlicht 
eines Hemicyklus leuchtet der Goldgrund eines den ganzen Kugel- 
ausschnitt des Gewölbes bedeckenden Mosaikbildes herab, das in der 
Technik alter Venezianer Mosaiken von Conte Morolin aus Venedig 
ausgeführt wurde mit vorbildlicher Benützung einer Madonna aus der 
Absis der Marcuskirche und zweier Engel aus Torcello. Die halb- 
kreisförmige Steinwand ist in ruhiger Bogenstellung ausgebildet, deren 
Säulen aus Granit vom Kitzsteinhorn gearbeitet sind, während die 
Capitäle aus Kärntner Marmor hergestellt wurden, von einem ver- 
lassenen römischen Steinbruch, und zwar einige aus noch in römischer 
Zeit gebrochenen Werkstücken; der Steinplattenfussboden enthält den 

	        

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