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Volltext: Monatszeitschrift I (1898 / Heft 3)

'wenn ihre Herstellung durch 
Durchgänge und sonstiges, 
was alles gleichfalls zu ge- 
eigneter Unterbringung von 
Antiquitäten verwendet ist. 
Zunächst am Eingange 
in die Sakristei fällt die 
prächtige Thürglocke auf, 
die man entschieden für eine 
Antiquität halten würde, 
den Burgschmied Reginato 
aus Fansollo bei Castelfranco 
nach Entwurf und Natur- 
detail von Graf Wilczek 
nicht bekannt wäre. Hier 
muss eines Seitenstückes zu 
der Altarbau-Werkstätte von 
Schloss Seebam gedacht 
werden; es ist das die 
Schlosserwerkstätte aufBurg 
Kreuzenstein. 
Etwas Eigenartigeres 
in dieser Art wird man nicht 
leicht irgendwo finden. Das 
Rohmateriale besteht aus Hßmißyklusin derKaPßlle 
alten Fensterstangen ohne 
Kunstwert und sonstigem alten Eisen. Das mag dem Laien vielleicht 
wunderlich vorkommen, aber gerade das ist nichts Neues, sondern 
Jahrhunderte altes Eisen wird bereits allenthalben von Kunst- 
schlossem, welche wirkliche Kunstschmiedearbeit fertigen, zur Ver- 
arbeitung gesucht, weil es für solche Arbeiten thatsächlich tauglicher 
ist, als die moderne Walzwerkware. 
An Werkzeugen findet sich hier auch nur der Vorrath alter 
Schmieden; auch das ist schon anderwärts gebräuchlich, weil 
gediegene Kunstarbeit nur die schlichte I-Iammertechnik verträgt; dass 
aber ganze Reihen von Versuchs- und Musterstücken absichtlich 
primitiv, sozusagen auf Stimmung geschmiedete Nagelköpfe in ganzen 
Serien, Bänder, Beschläge etc., aufgestellt werden; dass die Gehilfen 
das alles so stilgerecht hier erst gelernt haben und zwar nicht vom 
Zunftmeister, sondern vom Bauherrn, dass diese Schmiedekünstler, 
die so vortrefflich alte Arbeiten nachzuahmen verstehen, die Schüler 
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