MAK

Volltext: Monatszeitschrift I (1898 / Heft 4 und 5)

"n. 
gefallen, dass lediglich 
das Alte mustergiltig 
sei, dann liegt auf dieser 
Seite der Fortschritt, 
weit mehr als auf Seite 
der Maler und Bild- 
hauer, die mit ihrer 
Phantasie leicht aufs 
Pröbeln kommen und 
Dinge aufs Papier wer- 
fen, über deren Ausführ- 
barkeit sie sich keinerlei 
Sorgen machen, natür- 
lich: ihr ganzer Studien- 
gang verweist sie nicht 
auf Fragen praktischer 
Art, somit ist, was sie 
in der „Neuen Kunst" 
an thatsächlich Wert- 
vollem leisten, nicht gar 
allzuhoch anzuschla- 
gen. Der Handwerker 
hat guten Willen, er ist 
dem Lernen nicht ab- 
geneigt, aber er ist 
vorerst noch befangen. 
. Dann aber darf eine 
Plaka" künstlerische Arbeit 
nicht erst durch unzählige Hände gehen, ehe sie vollendet ist. 
Wo an einem Stücke nacheinander zwanzig Leute arbeiten und 
jeder nur seinen speciellen Beitrag liefert, da geht der ursprünglich 
frische Gedanke verloren, er wird verwaschen, verwässert." 
Grasset will den ausführenden Künstler soweit wie nur immer 
möglich vereinigt sehen mit dem erfindenden: nur dann wird 
das Erfundene auch eigenartig gestaltet werden können. Nie ist das 
der Fall, wenn der Eine zeichnet, sein Elaborat aus der Hand gibt 
und dann weiter kaum mehr erfährt, in welche Hände es weiterhin 
zwecksAusführung gekommen sei. Freilich ist er sich der Schwierigkeit, 
dies anzubahnen, wohl bewusst, denn „früher - es ist noch gar nicht 
lange her - lernten alle, die es mit der Kunst zu thun hatten, das 
ABC gründlich. Mochten sie diesen oder jenen Zweig als Specialität
	        

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