MAK

Volltext: Monatszeitschrift I (1898 / Heft 4 und 5)

anderen Commili- 
tonenanlässlicheines 
Protestes gegen das 
etwas allzu schul- 
meisterliche Regi- 
- ment, das jede freie 
studentischeRegung 
soweit wie mög- 
lich zu unterdrücken 
suchte, relegirt. Er 
trat dann über ins 
praktische Leben, 
, , wurde bei einem 
Entwurf für ein Bett Bauunternehmer 
seiner Vaterstadt 
künstlerisches, technisches, ja sogar kaufmännisches Factotum, 
führte er doch nicht nur die Geschäftsbücher, sondern schrieb 
auch Rechnungen und vertrat seinen Brotherrn gelegentlich 
sogar in Processsachen. „Dort habe ich mich mit den prak- 
tischen Forderungen des Lebens befreunden gelernt, vor allem 
aber lernte ich kennen, was Geduld haben heisst. Eines 
Tages handelte es sich darum, für den Arbeitgeber ein leidlich 
elegantes Haus zu bauen, bei dem auch ein Stück Bildhauerarbeit 
in Betracht kam. Als ich nun sah, wie diese allmählich entstand, 
hielt es mich nicht länger im Bureau. Ich verliess eine Laufbahn, 
die mir sicheres Brot, bürgerliches Ansehen versprach, um Stein- 
metzlehrling zu werden und damit war der erste Schritt zu einem 
Leben gethan, dessen unsichere Existenzbedingungen ich nur allzu 
oft verspürt habe. Indes wurde ich der Architektur keineswegs 
untreu, im Gegentheil studirte ich, was nur irgendwie von Interesse 
war, vor allem die Monumente der griechischen Baukunst. Als ich 
aber Viollet-le-Duds Dictionnaire unter die Augen bekam, gab es 
für mich nur noch den einen Wunsch: Das alles, was da zusammen- 
getragen ist, von A bis Z kennen zu lernen. Er ist mein eigentlicher 
Lehrer geworden, obschon ich diesem vortrefflichen Manne nie im 
Leben persönlich begegnet bin. Da lernte ich, was knapper und 
dennoch künstlerischer Ausdruck sei." 
Es bot sich Gelegenheit, erst nach Marseille, später nach 
Ägypten zu kommen. Dort erfuhr er, was Hungern heisst. 
Nach dem Kriege von r87o-x87r liess sich Grasset dauernd 
in Paris nieder, zeichnete viel für Tapetenfabriken und Seiden- 

	        

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