MAK

Volltext: Monatszeitschrift I (1898 / Heft 4 und 5)

holt, vielmehr geht er immer vom Sujet aus und weiss diesem die 
rechte Seite abzugewinnen. Der Katalog seiner Ausstellung wies an 
solchen Arbeiten allein 35 Nummern auf. Weniger bekannt dürfte 
sein, dass er vorzügliche lithographische Blätter geliefert hat, in denen 
er - ich nenne nur „la Vitrioleuse" und „die Morphinistin" - der 
realistischen Charakteristik die Zügel im vollsten Masse schiessen 
lässt. Rein nur dem Zwecke, für billig Geld künstlerischen Schmuck 
zu bieten, haben die in allerletzter Zeit entstandenen „Panneaux 
decoratifs" ihre Existenz zu verdanken. Es sind grosse, auf lithogra- 
phischem Wege hergestellte Arbeiten, mit wenigen, aber leuchtenden 
Farben in Effect gesetzt. Ein überaus reizendes Blatt, ebenfalls 
Lithographie, ist die „Heilige Cäcilie", Titelblatt zu den bisher noch 
nicht erschienenen „Poemes chantes" von Charpentier. Es würde zu 
weit führen, hier auch nur das Verzeichnis der nach dieser Seite hin 
entstandenen Arbeiten zu geben. Ihre Zahl ist Legion. 
„Woher nimmt der Mensch nur die Zeit, das Alles zu schaffen", 
fragt sich die Pariser Welt! Je nun - Grasset benützt die Arbeitszeit 
zum Arbeiten, das ist das ganze Geheimnis, hinter das manche ihr 
Leben lang nicht kommen. Seine Ausstellung wies 366 Nummern 
auf - und dabei bemerkte er: „Ich habe momentan nichts aus- 
zustellen. Was ich gemacht habe, befindet sich zerstreut in aller Welt 
und ich musste eben das Nächstliegende zu bekommen suchen!" 
AUS DER BURG KREUZENSTEIN (IH.) 50 
MILLO SITTE-WIEN S0 
N der Südseite der Burg liegt neben dem 
grossen Waxtthurm noch eine zweite 
Loggia, und zwar im Gegensatze zu der 
nach dem Hof sich öffnenden schon 
eingangs beschriebenen mit ihren Bogen- 
öffnungen nach Süden ins Freie hinaus 
sich erschliessend. Sie ist noch in Fertig- 
stellung begriffen und daher noch nicht 
eingerichtet. Von den drei Steinsäulen, 
welche die vier Bogen tragen, ist die 
mittlere eine doppeltheilige aus dem XIV. Jahrhundert, aus Murano; 
die zwei Säulen daneben haben Knotenschäfte, nach dem Typus, wie 
er sich von der longobardischen Zeit an bis in die Renaissance hinein 
erhielt; die eine derselben ist alt und die andere eine getreue Copie. 
 
 
  
 
  
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