MAK

Volltext: Monatszeitschrift I (1898 / Heft 4 und 5)

 
Studie 
Wer diese überschreitet, macht sich einer Vergewaltigung schuldig 
und sündigt gegen selbstverständliche Stilbedingnisse. Die Natur ist 
nicht da, um nachgemacht, sondern um künstlerisch nachgefühlt zu 
werden. Ein Naturproduct in absolut anderer Materie realistisch nach- 
machen wollen, heisst den einfachsten und leichtest begreiflichen Stil- 
gesetzen direct den Rücken kehren. Stilgesetze wird es aber immer 
geben, weil sie in unmittelbarstem Zusammenhange mit dem Material 
stehen, mit dem man baut, das man schmiedet, giesst, webt, treibt, 
meisselt, hobelt, das man zu Stickereien, zu Mosaiken, für Arbeiten in 
Leder, Metall, Holz verarbeitet. Das zu verneinen, bringt nur die völlige 
Unwissenheit, der Ungeschmack fertig. Wer aber das Kunstwerk, 
heisse es wie immer es wolle, in seiner ganzen Wesenheit denkt, wer 
sich über den Werdeprocess bis zum Schlusse klar ist, wird sich 
vernünftigerweise nie gegen jene Nothwendigkeiten auflehnen, die 
im Material begründet, mithin natürlich und vernünftig sind. 
Bevor die hier auszugsweise wiedergegebene Überzeugung 
Grassets weiter verfolgt wird, sei ein Punkt berührt. Er geht von der 
Anschauung aus - womit er übrigens nicht allein steht - dass die 
Malerei von dem Moment ab aufhörte, ihrem eigentlichen Zwecke 
gerecht zu werden, da man die einfache lineare, durch Anwendung
	        

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