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Volltext: Monatszeitschrift I (1898 / Heft 6)

Die Industrie (vom „Denkmal der Arbeit") 
 
Wetter", die uns eine Mutter beim Leichnam des erschlagenen Sohnes 
zeigt: schlichter, grösser, erschüttemder kann der Schmerz, das 
entsetzliche Weh nicht dargestellt werden. Es ist die gleiche Wucht 
und Grösse des Leids, die uns in seinem Ecce Homo, wie in dem 
„Gerichteten", in der „Hekatombe" tief ergreifend vor die Seele tritt. 
Denkt man an den bewegten Leidenschaftsausbruch auf der Pieta 
von Meuniers Landsmann van Dyck, so haben wir hier die beiden 
Pole in der Darstellung des tiefsten Schmerzes. Aber van Dycks 
Wagschale schnellt weit empor, Meuniers Gruppen zeigen uns von 
Neuem die alte Wahrheit, dass das Dramatische nicht an starke 
Bewegung, an gewaltsame Gesten gebunden ist, dass Leben und 
Affect für den Künstler nicht das Gleiche bedeuten. 
Gross ist Meunier auch als Reliefplastiker. Er benutzt das Relief 
mit Vorliebe, um seine Arbeiter in ihrer Thätigkeit darzustellen. So 
schildert er die Puddler am Flammenofen, die Bergleute bei der 
Einfahrt und der Heimkehr, die Ziegelbrenner bei ihrer Thätigkeit, 
den Bergmann vor Ort, die Lastträger am Hafen, die Schnitter im 
Felde u. a. Die Charakteristik der übrigen Meunier'schen Werke trifft 
auch hier zu. Aber auch im Reliefstil bieten sie Bemerkenswertes 
und Modernes. Ohne etwa an den Stil der Ghiberti und Donatello zu 
erinnern, steht ihr Stil doch im scharfen Gegensatze zu dem Stil des 
27'
	        

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