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Volltext: Monatszeitschrift I (1898 / Heft 7)

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Seite des Gegenständlichen, durch eine stärkere Berücksichtigung der 
Landschaft und der Thierdarstellung, Neues gebracht, zu der Aus- 
bildung des Stils aber kaum etwas Wesentliches beigetragen hat. 
Von den drei Blättern der ersten Gruppe trägt das von Kiyömasu 
den alterthümlichsten Charakter, da es von treuer Naturnach- 
ahmung scheinbar ganz absieht und nur auf die kraftvollste und 
zugleich knappste Wiedergabe eines bestimmten Eindrucks ausgeht. 
Wie in der ganzen vorangehenden, jahrhundertelangen Entwickelung 
der Malerei ist hier entsprechend der chinesischen Kunst, die stets 
das Vorbild für die japanische gebildet hat, vor allem geschlossene 
 
 
Masänobu, Der Saketrank 
Composition und decorative [Wirkung angestrebt. Solches ist auch 
das auszeichnende Merkmal der nachfolgenden Entwicklung des 
japanischen Holzschnitts geblieben, solange er sich die frische Kraft 
bewahrt hat. Dargestellt ist ein Priester, der am Fusse des Berges Fuji 
hinter einer Courtisane einhergehend, seinen Reisehut am Ende seines 
Stockes als Schirm über sie hält. Zu der einfachen Umrisszeichnung 
in derben rundlichen Strichen sowie den kräftigen Massen des 
schwarzen Obergewandes des Priesters gesellt sich hier als alter- 
thümliches Element die Färbung in nur zwei, ganz conventionell 
gehaltenen Tönen, hellgrün und karminroth. Solcher Farbendruck 
kam aber erst nach 1740 auf und blieb dann durch etwa zwei Jahr-
	        

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