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Full text: Monatszeitschrift I (1898 / Heft 10)

Gen-i: Dou: Studenx in seiner Stube (Fürst Georg Czartoryski in Wien) 
 
gekauft worden ist, so war das schier sensationell. Viele sind's zwar, 
die jetzt in Wien Gemälde sammeln, aber meist solche, die gering- 
wertiges Zeug zu niedrigen Preisen erwerben. Tritt nicht ein kräftiger 
Umschwung ein, so werden wir bald bei Zweien, bei nur Einem 
angelangt sein, den man Sammler in grossem Stil nennen darf. Das 
allgemeine Interesse wird ja der Reihe nach auf ganz andere Dinge 
hingelenkt, als auf Malerei und Gemäldegalerien. Leute von angeblich 
nüchterner Denkungsart halten es für eine Spielerei, sich mit solchen 
Dingen zu befassen. Dächten sie aber recht nüchtern, so müssten sie 
zugeben, dass alles Kunstleben nur im Motto gar so heiter, in Wirklich- 
keit aber recht ernst ist, dass es eine hervorragende volkswirtschaft- 
liche und politische Bedeutung hat. 
Zu verkennen ist nun das Erschlaffen des Sammeleifers in keiner 
Weise, besonders auf dem Gebiete der Gemälde. Schliessen wir aber 
nicht sofort von dieser Erscheinung darauf zurück, dass der Gemälde- 
besitz Wiens als solcher mit wenigen Ausnahmen von geringer 
Bedeutung sei! Verwechseln wir nicht den Rückgang im Sammel-
	        
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