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Volltext: Monatszeitschrift I (1898 / Heft 10)

auf Pfeifen, Harfen, Spinetten und anderen Instrumenten spielten, die 
im Mittelalter im Gebrauche standen. 
Kleine Orgeln, bei welchen der Spieler mit den Fingern die 
Noten spielt und gleichzeitig den Blasbalg in Bewegung setzt, waren 
am Anfange des XVI. Jahrhunderts 
im Gebrauche. Diese Instrumente 
wurden mit Geschick geschnitzt, 
vergoldet und bemalt. Noch besitzen 
wir eine kleine Violine, welche 
von Robert Dudley, dem berühmten 
Earl of Leicester, aus der Zeit der 
Regierung Elisabeths stammt; ein 
prächtig geschnitztes Instrument, 
von dem ein Theil dem XII. Jahr- 
hundert zugeschrieben wird. 
Grössere Instrumente wurden 
unter der Regierung Iakobs her- 
gestellt. UnsereAusstellungvon 1896 
, wies eine innen reich bemalte und ver- 
Schreibtisch. Satinholz, Sheraton, um 1780 goldete Harfencassgtte aus Eichen 
(w' pßJwasseyJvhinwaring) auf. Dieselbe ruht auf einer Reihe 
von Bogen, die von cannelirten Säulen mit geschnitzten Details 
getragen wird. Sie gehört der Sammlung des Schlosses Knole an. 
Mit den Elisabethinischen Möbeln gieng es zu Ende, als Karl I. 
den Thron bestieg. Unter der Regierung Jakobs wurde eine grosse 
Zahl von I-Iäusern, von denen manche noch heute stehen, im 
gemischten Stile ausgeführt und eingerichtet. Zwischen den Möbeln 
des Nordens und Südens, des Ostens und Westens von England, die 
aus dieser Periode stammen, zeigen sich eben so grosse Differenzen, 
wie wir sie in der Architektur dieser Landestheile wahrnehmen. Aus 
den Niederlanden wurde ziemlich viel an geschnitzter Arbeit, ins- 
besondere Vordertheile für Schränke und Truhen aus Eichen, die dann 
von den einheimischen Zimmerleuten verwendet wurden, eingeführt. 
Die reicheren Landbewohner liessen sich einzelne Mitglieder der 
Tischlergilde zur Herstellung ihrer Objecte aus London kommen, 
während für die Minderbemittelten die Handwerker des Dorfes 
arbeiteten. All deren Erzeugnisse jedoch zeigten eine gewisse Ähn- 
lichkeit und folgten den damals modernen Typen. 
Karl I. bestieg im Jahre 1625 den Thron und die Mode in der 
Kleidung und Hauseinrichtung erfuhr damals ganz wesentliche Ver- 
änderungen. Seine Vermählung mit der Tochter Heinrich IV. von 

	        

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