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Volltext: Monatszeitschrift I (1898 / Heft 11 und 12)

 
Egypterin (n. o. Miethke) 
nicht verleugnen können. Die Myrina- 
gruppe ist für grüne Bronze mit Ver- 
goldungen gedacht und würde ausge- 
führt eine grossartige Wirkung 
machen. 
Im Jubiläumsjahre hat Strasser 
decorative Plastik im grossen Maass- 
stabe gebracht. Zwei der wichtigsten 
Räume in der Jubiläums-Gewerbe- 
ausstellung standen in seinem Zei- 
chen. Der Seidenhof enthielt acht 
überlebensgrosse Figuren. In der 
Mitte das Standbild des Kaisers im 
Vliess-Ornat, mit drei allegorischen 
Sitziiguren am Sockel: der Färberei 
(männlich), der Weberei und Ap- 
pretur (weiblich), alle drei in lebens- 
voller Haltung, mit gross in die Luft hinausfliessenden Draperien. 
In vier Seitennischen aber sassen vier kolossale weibliche Gestalten, 
die sich auf die Geschichte der Seide beziehen: Die chinesische 
Königstochter Si-Ling-Chi, die japanische Prinzessin Yuriaku, eine 
venezianische Dame des 1 6. Jahrhunderts und Kaiserin Maria Theresia. 
Die beiden ostasiatischen Damen fanden sofort den allgemeinen Beifall, 
weil die specifische Schönheit 
ihres Typus und die Herrlich- 
keit ihrer reich gestickten 
Costüme,derkunstvollgeschnitz- 
ten Thronsessel u. s. w. alle 
Augen bestach. Si-Ling-Chi hat 
vor sich eine reizende, mit dem 
Kaiserdrachen geschmückte 
Bronzesäule stehen, auf deren 
Capitäl ein Kissen liegt; auf 
diesem ruhen ihre schönen 
Hände und halten ein Maul- 
beerblatt, an dem zwei Seiden- 
raupen knuspern. Yuriaku aber, 
mit offenem, lang und schlicht 
(heiligenmässig) herabfliessen- 
dem I-Iaare, hält ein grosses 
Buch, die Geschichte der Seiden- 
 
Nubischer Knabe (Rudolf E. Canzi)
	        

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