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Volltext: Monatszeitschrift I (1898 / Heft 11 und 12)

Glasthüren Chippendales zeigen eine 
gothische Form, ebenso auch manche 
seiner Sessellehnen. Eine andere Art 
ist die Chinesische, auf den Einfluss 
von Sir Williams Chambers zurück- 
zuführen. Die Schwärmerei dafür, die 
sich besonders auf groteske Stücke 
erstreckte, war für manchen Kritiker 
Gegenstand des Witzes. Chinesische, 
„Porzellan-Kasten", mit Glasscheiben 
versehen und an der Wand zu befe- 
stigen, wurden gleichfalls von Chippen- 
dale erzeugt. Im allgemeinen stellen 
uns Chippendale und seine Werke 
ziemlich gut den Geschmack dar, der 
unter der Regierung der beiden George 
vorherrschte. Am wenigsten Interesse 
unter seinen Arbeiten haben die im 
französischen Genre ausgeführten. 
Seine besten französischen Möbel sind 
Schublade-Kästen, Kommoden mit 
gewölbter Vorderseite, Stühle mit 
gepolsterten Lehnen, mit Teppichen 
oder Stickereien überzogen. 
Betrags der Deckendecoration sei Spiegelrahmen, vergoldet, Queen Anne (Sir 
erwähnt, dass die alten I-Iäuser aus SpenwPonsonby-Fane) 
dem XVII. Jahrhundert die guten 
Stuccodecken beibehielten, welche 
in England aus den Zeiten Heinrichs VIII. datirten. Zu Chippendales 
Zeit schmückte man die Decken mit leicht modellirtem Ornament, 
welches stellenweise Medaillons forrnirte, die Reliefbüsten enthielten. 
Auch das Akanthusblatt und die Vergoldung wurde an einzelnen 
Stellen angewendet. Candelaber, Girandols und Appliquen mit 
Wachskerzen versehen, zierten die Räume. Zahlreiche Gemälde 
geben uns treue Bilder von dem Inneren der Häuser jener Zeit. So 
zeigt uns I-Iogarth manches Zimmer, welches die Sucht nach Chinesi- 
schem durch Objecte auf dem Caminmantel, durch Stühle und Tische 
etc. illustrirt. Man wird nicht irre gehen, wenn man diese Räume 
Chippendale zuschreibt. 
An dieser Stelle sei auf das Materiale hingewiesen, welches 
die Tischler der georgischen Zeit im Gegensatze zu den im 

	        

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