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Volltext: Monatszeitschrift V (1902 / Heft 11 und 12)

DasPferdfindet 
seinen besten Bild- 
ner in Adrian Jones, 
der seine anatomi- 
sche Kenntnis des 
edlen Tieres als 
Armee-Tierarzt er- 
worben, und in die- 
ser Eigenschaft den 
abessynischen, den 
ersten Burenkrieg 
und den Sudankrieg 
im Jahre 1884 mit- 
gemacht hat. Merk- 
würdig undbedauer- 
lieh ist es, dass die- 
sem Meister seines 
Spezialfaches bisher 
noch kein bedeuten- 
der Auftrag für ein 
Reitermonumentzu- 
teil wurde, denn 
gerade in dieser 
Richtung haben die 
Strassen und Plätze 
Londons nicht viel 
Beachtenswertes 
aufzuweisen, und 
Adrian Jones Ver_ Garlenhäuschen in Heiligenstadt, Haus des Dr. Fürst 
steht nicht nur die 
Anatomie und Bewegung des Pferdes, sondern weiss auch, wie man zu Rosse 
sitzt, und das ist mehr, als man von den Bildhauern sagen kann, deren Werke 
die Londoner Squares verunstalten. Ihm kann man noch den in London an- 
sässigen Amerikaner Borglum an die Seite stellen, welcher sich allerdings bis- 
her auf kleine Statuetten beschränkt und noch kein monumentales Werk aus- 
geführt hat. Eine kleine Bronze von ihm, ein im Stierkampf verwundetes Pferd 
vorstellend, zeigt eine äusserst feine Beobachtungsgabe. Das Tier, tötlich in der 
Brust verletzt, ist auf die Hinterbeine gesunken; das eine Vorderbein hängt 
lahm und kraftlos, während das andere im Todeskampf mit äusserster Kraftan- 
strengung gegen den Boden gestemmt ist, um den Körper aufrecht zu erhalten. 
Die Statuen des jungen irischen Bildhauers Merwyn Lawrence zeichnen 
sich durch den Mystizismus des Gesichtsausdruckes aus, welcher wohl auf 
das keltische Temperament mit seiner Vorliebe für das Geheimnisvolle und 
Gruselige zurückzuführen ist.
	        

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