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Volltext: Monatszeitschrift II (1899 / Heft 3)

Aus dem Wiener Raxhhauskaller: Das „Rosenzimmexm. (Nach photographischen Aufnahmen von 
R. Lechner [Wilhelm Müller] in Wien. Vervielfältigungsrecht der Gemeinde Wien vorbehalten.) 
 
czechischen Leitartikeln der letzten Jahre gepasst. Auch hätte die Schwaigefsche 
Natur sich in einem Rathskeller so eingesponnen, dass sie wahrscheinlich auch 
Termine u. dgl. für drollige Märchen angesehen hätte. So wurden die beiden 
Wiener fast selbstverständlich. Man kann ihr wienerisches Wesen nicht leugnen, 
obwohl man merkt, was sie von Paris gelernt haben. Von den Pariser Bilder- 
büchern. Insbesondere Eugene Grassets „Les quatre lils Aymon" haben Urbans 
Augen für das wirkliche Mittelalter geöffnet, für die Burgen, an denen jede Stoss- 
fuge richtig sitzt, und Fir die Ritter, die ihre I-Iarnische ablegen und wieder 
anziehen könnten. Alles praktikabel, wirklich; das ist der Unterschied gegen früher. 
Das Moderne nimmt das Alterthuxn ernst, nicht als ungefähres Flickenwerk für 
Faschingszwecke. Und Lefler ist nicht blos zu den Neuengländem in die Schule 
gegangen, sondern besonders auch zu Boutet de Monvel, dem delicaten Meister 
der gezeichneten Romane und Historien. Es ist gut so. Sie sind an die richtigen 
Quellen gerathen, an echte Illustratoren, bei denen die Fläche wieder in ihr Recht 
getreten ist. Die Renaissance hatte die Malerei zu plastisch gemacht, nun kehrt 
sie wieder in die Fläche zurück und sieht mehr den Reiz des Nebeneinander auf 
dem Papiere, wie an der Wand. Die Japaner haben ja dazu geholfen und einst- 
weilen ist die Abwechslung dem Auge willkommen. Leflers Malereien im 
eigentlichen „Rathskeller" sind auch die künstlerische Hauptleistung in jener 
Schmidfschen Unterwelt. Dieser Raum ist an sich interessant, eine Art geräumiger
	        

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