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Volltext: Monatszeitschrift II (1899 / Heft 3)

Aus dem Wiener Rathhauskeller: Der "Rathskellex-"v (Nach photcgraphischen Aufnahmen von 
R. Lechner [WiIh. Müller] in Wien. Vervielfältigungszecht der Gemeinde Wien vorbehalten.) 
 
Mädchen, als Symphonie in Weiss, der österreichischen Ergänzungsfarbe zum 
Roth; sie tragen Blumengewinde und die Grossen singen aus Notenblättern. 
Auch Gold ist reichlich verwendet. Der Hintergrund ist damit gemustert und 
goldenes Geräth erscheint da und dort, darunter der Corvinusbecher aus Wiener- 
Neustadt. So ist die Wirkung einer golddurchwirkten Tapete erreicht. Nur der 
dunkelbraune Mantel Vindobonas ist etwas trüb und schwer ausgefallen. Die 
übrigen Wandfelder zeigen Scenen aus der Geschichte Wiens. Leopold der 
Glorreiche empfängt in reizender Schneelandschaft Wiener Frauen in weissen 
Hauben; Otto der Fröhliche ergeht sich unter hellgekleideten Schönen im frischen 
Vorfrühlingsgrün des Kahlenberges und die Schönste reicht ihm knieend das 
erste Veilchen. Diese Scenen sind so recht der Tummelplatz für Leflers Talent. 
Die eine Schmalwand ist ganz mit dem „Tournier zu Penzing" bedeckt, wo zum 
erstenmale die österreichischen Farben auftraten. Die andere trägt zwei prächtige 
Reiteriiguren: Ulrich von Liechtenstein und Neidhart Fuchs. (Als malende Hilfs- 
kräfte wären da noch Hassmann, Harliinger, Radl und Ranzoni zu erwähnen.) 
Auch ein kleines Bildnis des Obmanns der Rathskeller-Commission, Dr. 
Wähner (von Gsur), ist da angebracht. Auf den übrigen Flächen ist Urbans 
Ornamentik Herrin. Gut wirkt namentlich das Gewölbe, das gänzlich mit einem 
verschwimmenden Weintraubenmotiv in Grün und Roth bemalt ist. Die Fenster- 
wand hat sechs schöne Fenster von Opalescentglas in lustigen Traubenfarben
	        

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