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Volltext: Monatszeitschrift II (1899 / Heft 4)

Stäbe, wie sie für gering- 
fügige Räume -im Hause 
vorkommen, das schön ge- 
schlungene Linien- und 
BogenspielinallerleiMustem 
aus dem XVI., XVII. und 
XVIII. Jahrhundert sich ent- 
wickelt, wie es dann in 
den Arbeiten des Meisters 
Peigine nach anmuthigen 
Variationen der Ranke mit 
immer höher steigender 
Kraft in ganze Blumenauf- 
sätze ausklingt, bei dem hier 
vor Augen stehenden Gitter 
endlich die volle Herrschaft 
des Schnörkels offenbart, 
der sich in allen mög- 
lichen Krümmungen mit Ge- 
schmack an die schlichten 
Stäbe des unteren Ver- 
schlusses anzuschmiegen 
versucht. Das Gitter war 
ursprünglich vor dem Ein- 
gang der durch Propst 
Matthäus anno 1773 neu 
geordneten Bildergalerie, 
weshalb seine Entstehung in diese Zeit zu versetzen ist, und wurde 
ohne Zweifel in Linz angefertigt. Als Muster massvoller, edler 
Barocke ohne Schnörkelausartung bringen wir noch das schönste 
und grösste Gitter St. Florians in seinem oberen Theile zur An- 
schauung. Auf gedrehten, aber geraden Stäben erhebt sich die 
hohe, reiche Bekrönung in einer Fülle von Motiven, in einfachen 
Bogenwindungen, in Ranken und Blumen, Kränzen und Sträussen, 
Thier- und menschlichen Gebilden, alles aus geschmiedetem Eisen 
mit Ausnahme der gedrehten Stäbe aus Gusseisen. Der Virtuose 
des Schmiedehammers, der das vollbrachte, war Meister Hans 
Messner in Passau. Er arbeitete daran anno x698. Sowohl der 
Guss als das gehämmerte Eisen sind von ihm. Die Bestimmung 
des Gitters war und ist, die Vorhalle der Kirche vom Langhause 
abzuschliessen. 
Grosser Hängekasten in Boulearbeit
	        

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