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Volltext: Monatszeitschrift II (1899 / Heft 7)

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die elegante, geschmeidige Form des deutschen Wappenhelrnes, 
sondern ist schwerfällig und robust und bei den niederen Rangsclassen 
durch das oft schlecht gezeichnete Visier entstellt. Der Helm verräth 
im englischen Wappen durch seine Farbe und 
Stellung den Rang des Wappenherrn. So führen 
die Angehörigen des königlichen Hauses einen en 
face gestellten, goldenen, damascirten Helm mit 
sechs bars oder Spangen, der Herzog einen eben- 
falls en face gestellten, mit Gold gezierten silbernen 
Helm mit nur fünf bars, der Marquis, Graf, Viscount 
und Baron denselben Helm, aber seitwärts gewendet, 
der Baronet und Knight einen en face gestellten, 
mit Silber decorirten Stahlhelm mit offenem Visier 
(Fig. I9), der Esquire und Gentleman einen seit- 
wärts gewendeten Stahlhelm mit geschlossenem 
Visier (Fig. I8). Beim Aufreissen und Malen eines 
englischen Wappens hat man diese Rangliste der 
Helme wohl zu beachten. Vom Baron aufwärts 
 
Fig. 17, Nic. White of 
Nordiam, 1633 
besitzt der englische Adel noch Rangkronen, die mit Hermelinwülsten 
unterlegt und mit goldbequasteten Purpurhauben versehen sind. Die 
Vorführung all dieser Kronen würde uns zu weit führen, wer sich dafür 
interessirt, möge im „Heraldischen Atlas" die Tafel XVI durchsehen, 
worauf alle im Gebrauche befindlichen Rang- 
kronen erscheinen, doch sei hier noch be- 
sonders bemerkt, dass die englischen Rang- 
kronen mit Ausnahme der Kronen des könig- 
liehen Hauses keine farbigen Steine auf den 
Stirnreifen tragen, wie zum Beispiel die deut- 
schen Rangkronen, sondern nur diesen ähn- 
liche Zeichnungen in einfacher Gravure be- 
sitzen. Unschön und zugleich höchst unheral- 
disch ist das Aufsetzen der Helme auf die 
Rangkronen, doch dürfen wir Deutsche über 
diesen Punkt nicht besonders viele Worte 
verlieren, weil unsere Amtsheraldik ebenfalls 
derartige Missbildungen in die Welt setzt. 
Nun kommen wir zu einer Erscheinung 
im englischen Wappenwesen, die uns 
 
Fig. 18, Alexander Pope, 1' 1744 
Deutsche fremdartig berührt und die trotz ihrer praktischen Seite vom 
rein heraldischen Standpunkte aus sicherlich nicht gut zu heissen ist. 
Der Engländer wirft in den meisten Fällen den Helm über Bord und
	        

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