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Volltext: Monatszeitschrift II (1899 / Heft 7)

Es sind jene Ornamentstücke, mit denen man die Schalllöcher 
der Saiteninstrumente auszustatten pflegte, und mit denen man 
ebensosehr den Zweck einer Verzierung der leeren Fläche, als 
auch die praktische Absicht 
verfolgte, dadurch das Innere 
des Instrumentes vor Staub 
zu schützen. Als „Staub- 
fänger" wirkten diese Ein- 
lagen wie Spinnennetze, die 
keine Fliege passiren lassen. 
Wie sie zierend wirkten, 
mögen die hier beigegebe- 
nen Abbildungen belegen. 
Sie erreichten aber beide 
Zwecke unter gleichzeitiger 
Erfüllung einer gegebenen 
Vorbedingung: die dem 
Schallloche entströmenden 
Schallwellen nicht aufzu- 
halten oder zu brechen. 
Diese Forderung benöthigte 
die Anwendung eines passen- 
den Materials und die Anwendung von Ornamenten, die gleichmässig 
vertheilte Lücken zur Durchlassung der Töne gestatteten. Das Material 
ist zumeist Holz in Verbindung mit Pergament. Letzteres bildet die 
Unterlage, passt sich aber selbstredend dem Ornamentgerippe des 
darüber befindlichen Holzes an. Gewöhnlich ist aus papierdünnem 
Holz ein der Schalllochrundung angepasstes Ornament heraus- 
geschnitten, dann dieses Ornament mit einer zweiten Holzschicht 
unterklebt, deren Ornamentik sich wiederum mit jener der oberen 
Platte deckt, deren Flächen aber etwas breiter sind, so dass die untere 
Holzlage links und rechts die oberen I-Iolzstreifen zierend flankirt. Das 
derart gebildete, durchbrochen gearbeitete Ornamentwerk ist dann auf 
eine Pergamentunterlage festgeklebt, deren Verzierungen wiederum 
denen der Holzlagen entsprechen und wiederum durchbrochen 
gearbeitet sind, aber auch wiederum verbreitert erscheinen und in 
diesen Verbreiterungen dann allerlei neues Zierwerk in Durchbuuch- 
arbeit tragen. Gewöhnlich besteht also solch eine Lauteneinlage aus 
einer Schicht Pergament und aus zwei Lagen Holz, die als Ganzes 
ein Muster bilden. Gewöhnlich trägt die Pergamentunterlage die erna- 
mentalen Füllungen, während das Holzwerk die massiveren Linien 

	        

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