MAK

Volltext: Monatszeitschrift II (1899 / Heft 7)

 
 
R. Hammel, Lölfel in Silber 
 
Holzschnitt, einmal vereint und in ihrer sich gegenseitig beeinilussenden Ent- 
wicklung zu zeigen. 
Gegen 200 Blätter, einem bisher noch wenig bekannten Schatze des Öster- 
reichischen Handelsmuseums angehörig, vergegenwärtigen die japanische Technik 
der Pinselzeichnung. Es sind theils Umrisskizzen, theils mit grösster Peinlichkeit 
durchgearbeitete Farbenstudien, sämmtlich ausgezeichnet durch die Kraft der 
schärfsten Naturbeobachtung. Ob der Künstler mit trockenem Pinsel dieBiegnngen 
des Schilfblattes, den Stamm der Bäume, die Contur des anspringenden Pferdes 
wiedergibt oder mit wenigen bescheidenen Farbenkleksen Luft- und Wasser- 
stimmung, das Geflügel des Hofes u. dgl. concipirt, immer gelingt ihm das 
Episodenhafte, das Heiter-Anrnuthige, Humorvolle besser als der Ernst und die 
Tragik. Die grosse heroische Landschaft liegt seinem Geschmacke fern, deshalb 
sind die mächtigen Kakemonos mit wuchtigen Wolken-, Fels- und Baumgruppen 
immer nur aneinandergereihte Episoden ohne inneren Zusammenhang. Dafür 
befähigt ihn sein offenes Auge für das Charakteristische und seine Vorliebe für 
die heitere Seite des Lebens, besonders zur Carricatur, zum Grotesken. Welch 
ausgiebigen Gebrauch er von dieser Gabe macht, wird auf der Ausstellung mannig- 
fach illustrirt. Diese fährt weiters an grösseren Bildern moderner Auffassung zwei 
Aquarelle von Kubota Beisen mit der Darstellung des Fischmarktes und eines 
Schirmarbeiters in seiner Werkstatt vor; als Meister duftigster Malerei auf Seide 
zeigt sich Watanabe Shotei in seinen „Sperlingen auf-blühendem Ptirsichzweig".
	        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzerin, sehr geehrter Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.