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Volltext: Monatszeitschrift II (1899 / Heft 2)

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einer Gruppe von drei Lilien zwei Schwalben sich zum Trinken nieder- 
lassen; die zittrigen concentrischen Wellenkreise rahmen immer die 
kleinen Scenen ein, zwischen welche vignettenartig Fischpärchen mit 
ein paar Wellen einge- 
streut sind. Das alles ist 
wie mit dem Tuschepinsel 
spielend hingesetzt. In 
Städten, wo es alte In- 
dustrieen gibt, werden 
natürlich diese besonders 
gepflegt. Im leinenbe- 
rühmten Belfast sieht 
man mancherlei preis- 
gekrönte Entwürfe üir 
Leinendamast, ebenso in 
Dublin für Spitzen. Bei 
einem Belfaster Entwurf 
sagt die Censur: „Eine 
Silbermedaille wurde zu- 
erkannt, obgleich die 
Prüfer glauben, dass die 
Wirkung gehoben wor- 
den wäre, wenn die 
symmetrischen Gruppen 
H. Erneut Simpuon, Bradford (Techn. CoIL), Patronirung für vPn Hunden nur m alter- 
einen Kuninscbinnßiold. um.) rurenden Feldern vor- 
kämen." Bei einer Ser- 
viette aus der Macclesfield school of art heisst es: „Eine Silbermedaille 
wurde gewährt für den reizenden und erfinderischen Entwurf zu einer 
Serviette, der indessen durch die hässliche Wahl der Buchstaben für 
die Hilfsbordure geschädigt wird." Eine I-Iässlichkeit, die wir übrigens 
nebenbei gesagt nicht finden können; vielmehr hat die Schrift geist- 
reiche Details, zum Beispiel das eigens erfundene N an jeder Ecke, 
das nach beiden Seiten Front zu machen weiss. Bei den Entwürfen 
für Spitzen, wo der Zeichnung immer ein ausgeführtes Stück beigegeben 
ist, bemerkt man gleichfalls den modernen Zug; man befreit sich von 
den historischen Manieren, indem man neuen Anschluss an die Natur 
sucht. Dies ist ein nicht unwichtiges Beispiel, da in Sachen der Spitze 
noch vielfach das Vorurtheil herrscht, hier sei eine Reform nicht 
räthlich. Das beruht zum Theil auf einer Begriffsverwirrung, indem 
das ererbte Bewusstsein der Kostbarkeit von alten Spitzen und die 

	        

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