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Volltext: Monatszeitschrift II (1899 / Heft 2)

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Notizen. 
(Peter Reitsamer 1-.) Am 23. November starb in Salzburg der 
Gold- und Silberarbeiter Peter Reitsamer, der sich um die Wieder- 
belebung und Veredlung der einst in unseren Alpenländern in so hoher 
Blüthe gestandenen Silberfiligrantechnik große Verdienste erworben hatte. 
Seine vorzüglichen Arbeiten wurden nicht allein auf Ausstellungen viel- 
fach ausgezeichnet, sondern sind auch als mustergiltige Objecte in den 
dauernden Besitz verschiedener Museen übergegangen. 
(E. Fick 1'.) Doctor Eduard Fick war als Leiter der Fick'schen 
Druckerei in Genf, der Nachfolgerin von Turnebus, bemüht, die alte 
echte typographische Kunst der Renaissance wieder zu beleben und hat 
viele ältere Schriften in solcher Ausstattung (Papier und Einband einge- 
schlossen) wieder herausgegeben. Unter diesen befinden sich auch deutsche 
Schriften, wie z. B. das Leben von Thomas Platter, das er selber in das 
Französische übersetzte. Sein letztes Werk dieser Art, welches erst in 
diesem Jahre herausgekommen, sind die Memoiren des Stralsunder Bürger- 
meisters Bartholomäus Sastrow. 
(Genossenschaft der bildenden Künstler Wietfs.) ln der am 2.7. November 
v. J. abgehaltenen Jahresversammlung wurden Friedrich Freiherr v. Schmidt zum 
Vorstande, Eugen Felix zum Vorstand-Stellvertreter, Julius Deininger zum Schrift- 
führer. Ed. R. v. Kanitz zum Cassaverwalter, und .lul. Berger, Dr. Johann Frank, 
Otto König, Franz Roth und Anton Scharff in den Ausschuss gewahlt. 
(Ältlkßllflllld-l Ein schöner Mosaikboden von 4 zu 6 Meter Große ist, der IPOSI: 
zufolge, am Monte Venere in Chiusi im Etrurischen aufgefunden worden. Der mittlere 
Theil desselben stellt in farbiger Ausführung zwei Jagdstücke dar; oben jagt ein lanzen- 
schwingender Jäger drei Hirsche, unten sieht man zwei Jäger mit Lanze und Doppelaxt, 
welche ein Wildschwein annehmen. Dieses Mittelfeld, das vortrefflich erhalten ist, wurde 
von dem Grundeigentliümer seinem Privatmuseum einverleibt. Das übrige Mosaik, 
welches aus regelmäßigen farbigen Würfeln besteht, befindet sich noch an Ort und 
Stelle. An einer Seite dieses Bodens ist ein Theil eines regelmäßigen runden Baues ent- 
deckt worden. Bei der im inneren desselben vorgenommenen Ausgrabung fand man außer 
einigen Scherben eine wunderschon gearbeitete Frauenhand von Bronze, sowie einigev 
Bruchstücke vom Kopfe und Gewande der Statue, welcher die Hand angehört haben wird. 
Mit Silber (Chlorallber oder auch Silberoxyd) gefärbte Gläser bezeichnet 
eine Notiz in Nr. 1.9 des aCentralbl. f. Glas-lnd. u. Keramik: als nerst in neuerer Zeit 
aufgekommene. Dieses allgemein als uDunstgelbc (auch als -Kunstgelb-) bezeichnete 
Färbemittel des Glases ist keineswegs eine neue Erfindung. Die Anwendung desselben 
geht mindestens bis in die erste Hälfte des sechzehnten Jahrhundertes zurück. (Zu ver l. 
Kunltel, Ars vitraria, Gessert, Kunst auf Glas zu malen. - Desgglbgn Geschichte der 
Glasmalerei u. A. m.) 
(Die Nachbildungen der Oiron-Faienoen.) In einer Zuschrift an den Redacteur 
des iMUllllCUT de la Ceramiquel nimmt es der bekannte Kunsttopier Ed. Avisseau in Tutu-s 
für sich in Anspruch, dass er vor allen Anderen zuerst jene berühmten Faiencen in 
der denselben eigenthümlichen Technik nachgebildet habe. Schon im Jahre 1867, h]; 
derselbe diese Arbeiten in London ausgestellt. zu einer Zeit, als auch Minton noch nicht 
an diese Specialität gegangen war. Er beruft sich auf das Zeugniss einiger Schriftsteller 
und die im Privateigenthume und französischen Museen befindlichen Stücke seiner 
Werkstätte. (Sprechsaah) 
Für die Redaction vermtwonlich z J. Foluericr und F. Rüm- 
Selbstverlng des k. k. Oulerr. Museums lTlr Kunst und Industrie 
Bnrhvlruxrkrvrl vnn cm Unruh?! Sohn n. Wien.
	        

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