MAK

Volltext: Monatszeitschrift II (1899 / Heft 10)

Kinderengel um die leib- 
haftige Weltkugel. Die Ein- 
gangswand ist der Land- 
Wirtschaft gewidmet. Rei- 
zende Einzelheiten fallen 
auf, zum Beispiel eine 
Gruppe über der Thüre, 
wo der Raum geistreich 
benützt ist, indem ein Kind 
bäuchlings hingestreckt zur 
Mutter emporlangt und sie 
küsst. Ein reizendes Kind, 
das auf seinem Ziegen- 
gespann einherfährt, ist das 
Haustöchterlein im dama- 
ligen Alter. Eine breite 
Wand ist mit Industrie an- 
gefüllt. Hier sind die Farben 
ziemlich nachgedunkelt, 
aber sie wirken mit dem 
Goldgrund nur um so mäch- 
tiger. Hier fällt vor allem 
das herrliche Stillebenzeug 
auf. Der Maler schwelgt 
in allen Kostbarkeiten des 
Orients; in Stoffen, Metal- 
len, Perlmutter (eine Cas- 
sette ist ein wahres Virtu- 
osenstück). Aber auch die 
Figuren sind Vollblut des 
jungen Makart, namentlich 
ein säugendes Prachtweib, 
eine schwarze Person bei 
den östlichen Schätzen, und 
der „Buchhalter", nämlich 
ein nacktes Ding, das im 
Profil dasteht und ernsthaft 
eine Feder schneidet. Man 
sage nicht, dass in unserer 
Zeit keine Naivetät möglich 
sei. Makart war naiver als
	        

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