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Volltext: Monatszeitschrift II (1899 / Heft 10)

Element des Feuers, indem über einem Vulkankopf ein Flammen- 
büschel hervorbricht und in zittrigen, wellenförmigen, schliesslich 
spiralig sich einringelnden Strahlen auseinander strebt, so dass eine 
Art Netzwerk aus goldhellen Bronzedrähten mit Randstreifen aus 
symmetrischen kleinen Spiralen entsteht. Man wird ein wenig an 
mykenischen Archaismus erinnert. 
Zur Reliefwirkung des Aufbaues tragen ringsum im Saale noch 
mannigfache plastische Bestandtheile bei. Unter diesen sind zunächst 
jene vier Hermen an den zwei Hauptthüren zu erwähnen. Es sind 
Lampenträgerinnen, vier weibliche Büsten aus weissem Carrara, 
jede mit einer bronzenen Lampenschale (Glühlicht) in der Hand. Ihre 
herabhängenden Gewänder gedachte Matsch in patinirter Bronze 
zu machen, entschloss sich aber dann zur Polychromirung und 
Vergoldung auf Marmor. Die vier Büsten rühren von vier hervor- 
ragenden Wiener Plastikern her. Die von Hellmer, aus der Secession 
schon bekannt, wird wohl am meisten Beifall finden. Sie erinnert an 
jene blinde altchristliche Lampenträgerin von Gabriel Max, ist aber 
doch sehr persönlich empfunden und mit plastischem Reiz durch- 
geführt. Ein Kopf ist von Zumbusch; er hat einen herrlichen Ovalkopf 
in der Glyptothek zum Vorbilde, ist aber im Detail modernisirt. Die 
beiden anderen sind von Kundmann, der ein Wiener Mädchen gibt, 
und von Weyr, der erst nach mehreren Versuchen zum Defini- 
tivum gelangte. Die hohen I-Iermensockel haben unten bronzenes 
Ornament;' aus akanthusartigem Laub heben sich Ranken, die 
einander umringeln. Für die Gesammtwirkung der beiden Hauptthüren 
kommen übrigens noch andere Bronzetheile in Betracht. Sie sind 
nach Matschs Zeichnung von der Firma Oswald gegossen und in 
einer dunklen Patina zusammengestimmt. Auf den Ecken der Thür- 
stürze stehen zwei Tritonen, Männchen und Weibchen, die an 
niederhängenden Ketten einen wagrecht in der Luft liegenden 
Thyrsusstab halten. Er ist für gewöhnlich mit einer gestickten 
Schabracke behängt, soll aber bei festlichen Diners ein Arrangement 
frischer Blumen tragen. Die Schabracke ist eine schmal in die 
Breite gezogene Seidendecke in blassestem Citronengelb, mit einem 
applikirten freien Linienspiel in Mattgold und weissen Perlmutter- 
perlen, dazwischen das Wort XAIPE. Die Decke endet beiderseits 
mit einer zierlich bequasteten taenia in Weiss und Gold. Der Voll- 
ständigkeit halber sei auch das schöne Holzwerk dieser Thüren 
erwähnt. Die Füllungen bestehen aus ungarischem Eschenholz, 
dessen feine natürliche Fladerung in hellem Graurosa wie moirirte 
Seide wirkt. An den hübsch erfundenen Thürklinken kommen viererlei
	        

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