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Volltext: Monatszeitschrift III (1900 / Heft 3)

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Tautenhayns- Kaiserrnedaille ist eines der besten Porträts des Monarchen 
und ihr ist beschieden gewesen, was keiner Medaille je zugute kam, sie ist 
als Erinnerungszeichen an das 5ojährige Regie- 
rungsjubiläum in Millionen von Exemplaren durch 
alle Gaue Österreichs verbreitet worden. Das ist 
Volkskunst und so soll sie wirken, im Besitze des 
ersten und des letzten Bürgers und Dieners des 
Staates. 
Hat Tautenhayn nicht seine ganze Kraft der 
Medaille gewidmet und war er oft und gerne 
abgezogen durch Arbeiten monumentaler Art, so 
ist ScharHs volles und reiches Lebenswerk aus- 
schliesslich nur der Medaille zugewendet. Daher 
seine Stilsicherheit, sein Vermögen, scheinbar 
spielend die grössten Schwierigkeiten zu besiegen, 
sein völliges Aufgehen in dieser Kunst, so dass kein 
Rest bleibt, aber auch keine andere Instanz, an die 
er appelliren könnte. Und das kommt ihm zugute, Hendnubois'keginavirginum' 
er wächst an jeder neuen Aufgabe, er erhält sich eine Silbervhquene 
Frische, die uns mit Bewunderung erfüllt, er ist sich 
immer gleich und doch immer ein anderer, wie das Ich von gestern und heute 
durch Erfahrung und Entwicklung geschieden doch dasselbe bleibt in seinem 
innersten Grunde, das die Persönlichkeit macht, das Geschlossene, Abge- 
rundete, Ganze. Dieses Persönliche in Scharff ist etwas Lebendig-wirkendes, 
in welchem die besten Kräfte der Volksseele mit starkem individuellem Accente 
zur Geltung gelangen; sein Formtalent ist gefühlsmässig betont und geleitet 
nicht nur von einem sich selbst klaren Wollen, auch von ausgeglichener, 
empfänglicher Bildung des Geistes, eine in Österreich nicht eben häufige 
Erscheinung. Diese Anlage und Schulung weist ihn 
vornehmlich auf das Porträt und setzt ihn in den Stand, 
die Menschen, die er darstellt, nicht von der Oberfläche 
zu nehmen, sondern ihr Inneres zu erkennen und sinn- 
bildlich zu erschliessen. Er ist Charakteristiker und 
Psychologe und er 
muss, das sieht man 
seinem Schaffen an, die 
Menschen lieben, sonst 
vermöchte er nicht, sie 
so liebenswert und 
 
  
E. S. Vernier, Femme au: Colombes, lebensvon darzusteuen- Fxzäh. de v.emon' 
. . .. mmumon, 
Bracelet, Silber vergoldet Seine Poftfats des Erz- Süberphquene 
herzogs Albrecht, der 
Herren von Bachofen und Egger von Möllwald, Karl Wittgenstein und 
Theyer bezeichnen von dem, was er diesmal vorgeführt hat, die Höhe
	        

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