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Volltext: Monatszeitschrift III (1900 / Heft 5)

"indes 
Gang im ersten Stockwerk des Neugeb 
Blättern (Van Huysum) ist vortrefilich, die Beeren namentlich bis zur Augentäuschung 
wahr. Und dennoch stellt sich bei dem Beschauer von heute keine rechte Freude ein. Es 
fehlt der Zauber des Lichtes. Die Formen sind überaus sachlich, aber gar nicht per- 
sönlich gesehen, und so absolut gegeben, als kämen sie aus einer Welt ohne Atmosphäre 
und Sonnenschein. Die natürlichste Natur, und erinnert doch vor allem an Galerie und 
Atelier. 
ÜDVVIG MAROLD. Gleichzeitig ist bei Miethlre eine starke Auswahl aus 
Ludwig Marolds Nachlass zu sehen. Bilder in allen Techniken und viele Tusche- und 
Federzeichnungen für Illustrationen aus verschiedenen historischen Perioden. Die 
gewandte Hand und Botte Erfindung des Künstlers zeigt sich auch in diesen Blättern. 
Dazu kommen allerlei Studien, in denen der Künstler der Natur gar emsig nachgeht. Eine 
in Tempera ("Auf dem Floss") ist ein originelles Experiment einige feine Cremetöne sachte 
ineinander zu schieben. Ein „ToasW (Aquarell) ist Menzelsches Rococo, ein „Kegelschiebew 
(Aquarell) ein Meissonier, aber beides doch mit der eigenthümlichen Feschheit Marolds 
gegeben. Ein „holländisches Billard" und die „Zufahrt zum Salon der Champs Elysees" 
sind mit dünnen Lavis und Nicbtsen von Farbe äusserst geschickt zu bildmässiger 
Wirkung gebracht. Ein „Don Quixote", dessen galoppirender Schimmel krampfhafte 
blaue Schatten auf den gelben Boden wirft, macht eine ergötzliche Plakatwirkung. Immer 
wieder stellt sich der Seufzer ein, dass dieser originelle Künstler so früh verloren ging. 
An dieser Stelle dürfen wir uns übrigens auch daran erinnern, dass einst Eitelberger ihn
	        

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