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Volltext: Monatszeitschrift III (1900 / Heft 6)

A. Rodin, Dmaide (Musie du Luxembourg, Paris) 
 
die zur Erde gesunkene „Danaide" (im Musee du Luxembourg), eine 
bewundernswerte Marmorfigur, mit zart durchgebildeten I-Ialbflächen, die 
unter der Wirkung des Lichtes weiche und verschleierte Accente zeigen, 
die ihr in dieser Serie subtilen Charakters einen besonderen Platz anweisen; 
„das Alter und die Jugend", die sich umarmen, aber auf eine gewisse 
Distanz, als wenn das Eine befürchtete, durch sein Verwelken nur zu bald 
der Anderen das Elend des Lebens zu enthüllen; - das einsame Verfallen, 
die schon eingetretene Hinfälligkeit aber zeigt „Celle qui fut heaulmiere", 
die frühere, nunmehr alt gewordene Buhlerin, ein beklagenswertes Gespenst, 
mit ausgeleerter, schlaffer Haut, ein hässliches Überbleibsel von dem, was 
sonst eitel Freude und Leidenschaft war, eine Nothfrist der Wollust. Dann 
als Gegensatz wieder die Schönheit des jugendlichen und liebeerfüllten 
Körpers: „der ewige Frühling" (zuerst „Amor und Psyche" genannt). 
Sie knieend, in einer entzückenden, hingebenden Pose, die alle Anmuth ihres 
zierlichen und frischen Körpers zur Geltung bringt, er sich niederbeugend, 
sie mit einem Arm umschlingend, im Begriffe ihr holdes Antlitz zu 
küssen. Nach dieser, schon weniger fieberhaft erregten Gruppe kommt zum 
Schlusse ein Werk voll ernster Zärtlichkeit, aus dem die ewige Wahrheit 
ein unvergleichliches Meisterwerk schafh: „der Kuss"; zuerst in Bronze 
34'
	        

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