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Volltext: Monatszeitschrift III (1900 / Heft 6)

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Villa Ginzkey, Speisezimmer 
Überhaupt hat Charlemont einen Hauptantheil an der ganzen Innen- 
ausstattung der Villa. Es scheint mir in diesem Falle auch das richtige 
Verhältnis gewesen zu sein, wie ein Künstler an der Ausgestaltung eines 
Wohnhauses theilnehmen soll. 
Grosse Aufgaben staatlicher oder fürstlicher Repräsentanz wird natürlich 
immer nur ein Künstler zu lösen imstande sein; der einfache Biedermann 
kann sich selbst einrichten, denn seine Bedürfnisse sind einfache; derjenige, 
der mehr Geld als Bildung hat, wird die ganze Ausschmückung einem, meist 
schlecht gewählten Künstler oder „Decorateur" überlassen. So wird der 
Künstler im besten Falle die Aufgabe als Gelegenheit für ein neues geist- 
und kunstvolles Experiment ergreifen, wie so viele gerade moderne Ein- 
richtungen beweisen. Der wirklich fein gebildete Mann, der aber doch schon 
weitergehende Bedürfnisse hat als der Laie selbst zum Ausdruck bringen 
kann, wird sich an den Künstler wenden, aber nicht um fertige Entwürfe, 
sondern um Rath und liebevolles Ausgestalten der eigenen Gedankenwelt. 
Echtes kann natürlich nur zustande kommen, wenn der Hausherr nicht 
zufällig einmal mit einem Künstler zusammengetroifen, sondern wenn er 
wirklich mit Kunst und Künstlern eng vertraut ist, so dass sie sich gegen- 
seitig verstehen.
	        

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