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Volltext: Monatszeitschrift III (1900 / Heft 6)

Meudon machten. Rodin war 
damit beschäftigt, zu unter- 
suchen, in welcher Höhe eine 
Figur seiner „Pforte der 
Hölle" in seiner Ausstellung 
angebracht werden müsse. 
Alle Erhabenheiten des auf 
einer Säule im Garten auf- 
gerichteten Gypsabgusses 
waren vom Lichte schmei- 
chelnd umspielt; tingirt von 
einer Unzahl von Schatten 
und Reflexen schien er zu- 
gleich mit der ihn umgebenden 
Luft zu vibriren, ein eigen- 
thümliches Leben zu besitzen, 
wo jede andere Statue mit 
ihren eng umschriebenen 
Contouren in dieser freien 
Luft, vom Lichte nur berührt, 
nicht aber durchdrungen, eine 
beleidigende Rohheit gezeigt 
hätte, eine träge und trockene 
Masse gewesen wäre. 
Der Sinn für die Bewe- 
gungen bestätigt sich in 
den unzähligen Skizzen und 
Zeichnungen, die Rodin, fort- 
während damitbeschäftigt, die 
Erscheinungen des Lebens 
zu erfassen, auf das Papier 
wirft, auf die Rückseite 
irgend eines vorhandenen 
Blattes, um eine flüchtige 
Erscheinung festzuhalten, 
eine aussergewöhnliche Pose, 
die der nach neu aufzufin- 
denden Ausdrucksformerr 
begierige Künstler sich zum 
Vorbild nimmt. Man wird in 
A. Rodin, ]ohannes der Täufer 
(Muse: du Luxembourg, Paris)
	        

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