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Volltext: Monatszeitschrift III (1900 / Heft 8)

Meisterschaft zu har- 
monisiren. Die auffal- 
lende Einfachheit sei- 
nes Farbenplanes wäre 
unter gewöhnlichen 
Lichtverhältnissen fast 
unmöglich, und so 
wählt er denn eigen- 
thümliche Beleuch- 
tungseffecte, welche 
die Erscheinung des 
beleuchteten Gegen- 
standes vereinfachen. 
Zwei Effecte sind es 
besonders, die diesen 
eigenthümlichen Zu- 
standhervorrufen : Das 
flammende Licht der 
tropischen Mittags- . . 
SOIIDG, WGIChC mit der Frank Brangwyn, „Le Roi au Chantier" Canon für einen Gobelin 
unwiderstehlichen 
Kraft ihrer directen, senkrechten Strahlen die Schatten fast auflöst, oder 
die gleichfalls farbenzerstörende Abenddämmerung. 
Farbenzerstörend! Das wäre nun allerdings in Widerspruch mit der 
gerühmten BrangwyxfschenFai-benpracht. Aber nur scheinbar, denn die Kunst 
Brangwyns versteht es, mit den zartesten Tönen - blau und braun wiegen 
in seinen neueren Arbeiten vor - eine wahre Orgie glühender Farben zu 
suggeriren. Dieses wundersame Gefüge ineinander fliessender, sanfter Töne 
redet in deutlicher Sprache. Es bedarf da kaum einer besonders regen 
Phantasie, um sich das Aussehen derselben Scene unter veränderten Licht- 
Verhältnissen zur Vorstellung zu bringen. 
Ich habe mich bisher fast ausschliesslich auf die Besprechung von 
Brangwyns Malerei beschränkt. Und doch ist dies nur eine vereinzelte 
Phase seiner künstlerischen Thätigkeit, die sich auf viele andere Gebiete 
erstreckt. Es dürfte kaum einen Zweig der Kunst-Industrie geben, worin 
sich Brangwyn nicht versucht, - erfolgreich versucht hätte. Sein feines 
Verständnis decorativer Wandverzierung verschaffte ihm schon vor 
mehreren Jahren den Auftrag zur äusseren und inneren Ausschmückung 
von „L'Art Nouveau", dem Bing'schen Ausstellungsgebäude in der 
Rue de Provence, Paris. Gobelins, Buch-Illustrationen, Teppiche, Tapeten, 
Möbelstücke, Glasmalereien, Kirchenfenster, Metallarbeiten, an allem 
hat er seine Erfindungsgabe und technische Fertigkeit versucht, auf jedem 
Gebiete hat er Wichtiges geschaffen. In seiner Gediegenheit und Viel- 
seitigkeit, in seinem Ernste und seinem Fernestehen von allem Cliquenwesen 

	        

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