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Full text: Monatszeitschrift III (1900 / Heft 8)

 
Porzellanvasen mit Reliefdecor, Bing ä Gryiudahl (Kopenhagen) 
schwächer sind die Abschnitte über die antike Kunst und für das XVII. und XVlII. jahr- 
hundert ist immerhin noch zu wenig Raum geblieben. Die äussere Nöthigung, den über- 
reichen Stoff unter geographischem Gesichtspunkte zu disponiren, hatte Lützow zu einer 
fruchtbringenden Betrachtungsweise ausgenützt. Mehr als anderwärts haben in Italien 
locale Traditionen und Stammeseigenschaften die Entwicklung beeinflusst, und wie immer 
auch Übertragung von Schulmeinurigen und directe Einwirkung von auswärts in bestehende 
Verbindungen eintretender Künstler neue Richtungen weisen mochten, der Localton 
schlug doch jederzeit durch und das überkommene örtliche Milieu blieb allerwärts in 
fester, alles Neue assimilirender Geltung. So ist mit Recht auch in der vorliegenden 
Auflage die ursprüngliche Eintheilung in die acht Abschnitte beibehalten: Venedig und sein 
Kunstgebiet; die Lombardei mit Piemont und Genua; die Städte der Emilia von Piacenza 
bis Ravenna; Toskana; Umbrien und die Marken; Rom und Umgebungen; Süditalien; 
Sicilien. Im einzelnen ist manche Unebenheit ausgeglichen, manche Flüchtigkeit 
behoben, manche Lücke auf Grund gewissenhafter Berücksichtigung der neueren 
Forschungen ausgefüllt. S0 - um nur einige Beispiele herauszuheben - bei 
der Besprechung der plastischen .Arbeiten Donatellos für den l-lochaltar im Santo zu 
Padua; oder bei der Erörterung des Freskenschmucks von S. Clemente in Rom, 
den Wickhoffs Untersuchungen entgegen Vasari, der dieses Werk dem Masaccio zuweist, 
dessen Lehrer Masolino zurückgegeben haben; oder bei der Behandlung der Spätrenais- 
sance und Barocke in Genua, Venedig, Rom, der Dernjac mit Berücksichtigung der For- 
schungen C. Gurlitts und anderer mehr Aufmerksamkeit zuwendet, als dies von Lützows 
Standpunktzu erwarten war. Den Zweifeln, denen Morelli-Lützows Zuweisung des bekannten, 
früher dem l-Iolbein, dann dem Perugino zugesprochenen männlichen Bildnisses der 
Gallerie Borghese an Raffael begegnete, hat Demjaö, vielleicht zu zart, durch directe 
Einführung Morellis und ein der Abbildung beigefügtes Fragezeichen Rechnung getragen. 
Die Ausstattung des Werkes, schon in der ersten Auflage sehr reich, ist vom neuen 
Verleger noch erhöht worden. Zu den früheren 5x Radirungen von Unger, Böttcher, 
L. l-I. Fischer, Grob, Halm, Hoch, Krauskopf, Kühn, D. Raab, Siegl, Wörnle ist zwar kein 
neues Blatt hinzugekommen, aber die Zahl der fast durchwegs trefflichen, auch gut 
zugerichteten Autotypien und Holzschnitte wurde um 31 vermehrt, darunter sehr schöne 
Reproductionen des Innern der Markuskirche, der interessanten Kreuzabnahme von 
Cavazzola (Verona), ferner vom Orsanmichele, der Disputation der heiligen Katharina 
von Masolino (S. Clemente), der Krönung Mariä von Fra Filippo Lippi (Lateran), und 
viele andere. Das Werk wird sich zahlreiche neue Freunde erwerben. E. Leisching
	        
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