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Volltext: Monatszeitschrift III (1900 / Heft 9)

 
Gefäss: aus der königlichen Porzellnnmnnuflcmr in Meissen 
Die Stelle, welche Galle in der französischen Glasindustrie einnimmt, 
behauptet Louis C. Tiffany in der amerikanischen. Jene Eigenschaft des 
Tiffany'schen Glases, die dem oberflächlichen Beschauer als erste in die 
Augen springt, ist das Irisiren. Thatsächlich haben auch alle Nachahmer 
des Tiffanyschen Glases in dieser Qualität den Hauptvorzug gesehen und 
sind durch Übertreiben des Farbenreizes schliesslich zu grellen, unan- 
genehmen Wirkungen gelangt. 
Tiffany legte von Anfang an bei seiner Production den grössten Wert 
auf Farben- und Lichtwirkung. Dass die Ausgestaltung der Form dabei nicht 
 
Vase aus der königlichen 
Porzellanmanufactur in Meissen 
zu kurz kam, war bei diesem Unternehmen, das 
von vornherein auf die industrielle Wiederholung 
jedes Objectes in vielen Exemplaren verzichtete, 
selbstverständlich. 
Louis C. Tiffany, ein Sohn des bekannten 
grössten amerikanischen Juweliers, fing mit opali- 
sirenden Gläsern an, das heisst mit Gläsern, deren 
Farbenspiel durch die Transparenz des Lichtes 
erreicht wird. Im Verlaufe seiner technischen Ar- 
beiten aber begann er besonders die Verwendung 
von metallischen Reflexen, so dass es sich jetzt bei 
seinen Erzeugnissen an Stelle der Lichttransparenz 
vor allem um Spiegelung des Lichtes auf der 
Glasoberfläche handelt. Die Werke Tiffanys sind 
der vielfältigsten Art. Den grössten künstlerischen 
Wert dürften wohl die Glasfenster haben, deren 
hoher Preis, begründet durch die Schwierigkeit der 
Materialbearbeitung und die unbedingte Originalität 
jedes Exemplar-es, es allerdings für den Continent 
schwer gemacht hat, die besten Erzeugnisse der 
Tiffany'schen Manufactur kennen zu lernen.
	        

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