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Volltext: Monatszeitschrift III (1900 / Heft 9)

   
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Waring and Gillow, London, Schlafzimmer 
in der englischen kunstgewerblichen Abtheilung in Paris nicht finden. Die Räume der 
Waringschen Ausstellung, insbesondere das weissgetäfelte Schlafzimmer mit den rein 
constructiven Möbeln aus indischem Satin-wood bilden den guten Gegensatz zu den 
historischen Möbeln im Manor House, die wuchtiger, kostbarer die Art des beginnenden 
XIX. Jahrhunderts repräsentiren. 
Der aufmerksame Betrachter der englischen Abtheilung wird künüighin nicht mehr 
das Schlagwort vom „englischen Stil" leichtfertig und verallgemeinernd im Munde fuhren. 
Er wird dort erkannt haben, dass die englische Entwicklung nie abgebrochen war, die 
Tradition nie gewaltsam zurückgedrängt. Die Mode mag das eine oder das andere für eine 
Weile in den Vordergrund geschoben haben, man hat in England Chippendale und 
Sheraton nie vergessen, und neben den Drawing rooms, in denen die Liberty-Manier 
herrscht, gibt es andere, die modernen Hausrath mit soliden Formen enthalten; gute 
Tischlerarbeit wird in England gleichwie in Frankreich ungemein geschätzt. 
Aus der deutschen Abtheilung sind einige Leistungen des Directors Hermann Götz 
(Karlsruhe) nachzufragen. Das Hauptstück der Ausstellung war ein Interieur für den 
Trausaal der Stadt Karlsruhe. Es ist da mit gutem Erfolge der Versuch gemacht 
worden, einen Prunksaal in ernster Art modern einzurichten. Die öffentlichen Räume, die 
man seit dem Umschwunge des Kunstgeschmackes modern eingerichtet hat, sind ja 
durchwegs Ausstellungsräume gewesen. Director Götz hat in dieser Arbeit wie in einigen 
anderen von der Karlsruher Grossherzoglichen Kunstgewerbeschule entworfenen und 
ausgeführten Stücken den Versuch gemacht, die deutsche Einlege- und Schnitzereikunst
	        

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