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Volltext: Monatszeitschrift III (1900 / Heft 10)

muss. Nachdem dieser allgemeine Tadel 
ausgesprochen worden ist, können manche 
Modelle von Fremiet, von Maurel (aus- 
geführt von Blot), von Gorea, Bouval 
und Levassier (ausgeführt von Fr. Gold- 
scheider) gelobt werden. Bei allen diesen 
Fabrikanten fällt aber die Wahllosigkeit der 
Zusammenstellungen auf. Neben wirklich 
guten Arbeiten die schlechteste Marktware. 
Und zur grossen Betrübnis der Kunst- 
freunde muss gesagt werden, dass noch 
immer ein grosser Percentsatz glatter, 
unkünstlerischer, conventioneller Bronze 
statt der oft gleich theueren originellen 
modernen Arbeiten gekauft wird. Die 
 
Zinnteller, entworfen von K. Lacher. 
ausgefühn von R. Zamponi in Graz 
grossen Meister der Bronzekleinkunst - Vallgreen, Charpentier und andere - 
haben ja deshalb, um zu zeigen, wie fern sie der Industrie stehen, trotzdem 
mancher von ihnen jedes Modell vielemale nachgiessen lässt, im Palais des 
Beaux Arts, und nicht in der kunstgewerblichen Abtheilung ausgestellt. 
Die Verwendung der französischen Bronze zu Beleuchtungsattrapen 
ist, wie schon früher gesagt, noch nicht sehr geglückt. Man findet ja von 
 
Vase von TiHany ä Cie. 
(New-York) 
Soleau und Rolez ganz gute figurale Verkleidun- 
gen - besonders die von]. Cheret sind zu loben, - 
allein die Verbindung von Licht und Bronze ist 
noch nicht gefunden. 
Die deutsche Bronze- und Kupferindustrie hat 
einzelne gute, künstlerische Objecte zu verzeichnen. 
So vor allem die omamentalen Leuchter und 
Schalen der „Vereinigten Werkstätten für Kunst im 
Handwerk" in München, deren Künstler Pankok, 
Obrist, Bruno Paul meist auch für die Firma 
Steinicken und Lohr sehr gute Modelle entworfen 
haben. Diese Objecte zeichnen sich durch schlanke, 
aparte Formen in zierlichem Guss aus. Die Gold- 
bronzen auf Fayencevasen von Schmitz in Köln 
sind der guten, nicht überladenen Dessins wegen 
zu loben. Aus der Reihe der Erzeugnisse deutscher 
Kunstgewerbeschulen sind die der Karlsruher 
grossherzoglichen Anstalt (Director H. Götze) 
lobend zu nennen. Man findet da zum Beispiel 
einige durchaus modern und gefällig ausgeführte 
Bronzebeschläge. 
In der österreichischen Abtheilung sind die 
Objecte der Firma Aug. Foerster hervorzuheben.
	        

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