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Volltext: Monatszeitschrift III (1900 / Heft 10)

Nord-Celebes, den Philippinen, wahrscheinlich auch auf den Fidschi-Inseln, doch erhält 
unter allen Malayo-Polynesiern das Wort Batik bei den Javanern einen ganz besonderen 
Sinn rein technischen Charakters und will besagen: zur Färbung von weissem Kattun in 
mehr als einer Farbe, diesen Kattun auf der Vorder- und der Rückseite theilweise 
bemalen, bezeichnen oder beschreiben. 
Darauf folgen: der Zweck und die Mittel des Batikirens. Der Zweck ist stets 
Verzierung, bestimmte Schattirung von Farben und voraus bedachte Vereinigung von 
Mustern. Und weil im Orient von altersher der Baumwollenstoff einheimisch war, sowie 
die Flachspflanze dem Westen angehört, so bringt auch die Batik-Kunst auf der schon 
gewebten Baumwolle alle die Tinten an, alle die Linienzeichnungen, die bei der Weberei 
eine weitere Entwicklung der Flechtkunst heissen mögen, die jedem Menschen, ja jedem 
Kinde eigen ist. Der Verfasser bemerkt, dass bei der Batik-Kunst die Echtheit der Farben 
wohl ebenso vollkommen erzielt wird, wie bei den gewebten StoEen, die aus gefärbten 
Fäden hergestellt werden, da die Batiken ein Färben in Farbenküpen verlangen, die bis 
ins Innere der Fasern dringen. Er weist auf die grosse Verschiedenheit hin, die zwischen 
dem Färben und dem directen Bemalen der Stoffe mit Saftfarben besteht (welches 
Bemalen in Indien seine Anwendung findet) und dem Bedrucken und Färben mit Hilfe 
von Formen und Stempeln, einer Industrie von bemerkenswertem Alter, die in einem 
Landstriche erfunden wurde, wo man nach einem Mittel zur Massenerzeugung suchte. 
Hierauf bringt der Verfasser das Deckmittel zur Sprache, das Bienenwachs, 
schmelzbar bei 62 Grad Celsius, das mit ein wenig Harz vermengt, dazu dient, in flüssigem 
Zustand in dickeren oder dünneren Streifen auf dem weissen Stoffe ausgegossen zu werden, 
in den es eindringt, die Kattunfaser einhüllend mit schützendem Fette, wobei es durch 
das fast augenblickliche Erstarren seine scharfen Grenzlinien behält und nicht auseinander- 
iiiesst wie irgend ein Öl. 
Kein Deckmittel oder „reservage" ist bequemer zu behandeln als das Bienenwachs; 
das hiebei gebrauchte Werkzeug ist ein rothkupfernes Näpfchen mit einem feinen 
Schnäuzchen, aus dem das Wachs ausiiiesst und das „tjanting" heisst. An diesem 
kupfernen Näpfchen befindet sich ein Stückchen Schilfrohr, und zwar vom glajah-Schilf] 
das innen Fasern enthält und worin das Heft des Tjantings befestigt wird. Die verschiedenen 
Gattungen von Tjantings und alles, was damit in Verbindung steht, wird nun ganz 
ausführlich behandelt. Die Haupttypen sind: der feine Tjanting : tjanting isen-isen oder 
Einfülltjanting, zum Füllen feiner kleiner Figuren, Strichelchen, Bogenstrichen, Schnecken- 
linien, Tüpfelchen. Der gewöhnliche normale Tjanting oder der tjanting rengrengan (oder 
pengengrengan), das ist der Skizzir- oder Zeichentjanting, womit die erste Anlage der 
Umrisse der Wachsgebilde auf den Kattun gebracht wird. Ferner der grobe Tjanting oder 
tjanting pänembok (oder tembokan), was gleichbedeutend mit Decktjanting ist, und der 
dazu dient, die schon mit dem Zeichentjanting umzogenen Flächen vollständig auszufüllen, 
zu bedecken, mit Wachs zu überziehen Als Zwischentype wird der Tjanting zum 
Reserviren gebraucht : tjanting penanggung (oder tanggung), wenn die Wachslinien 
auf einem sonst frei gelassenen Felde kräftig entstehen sollen, wodurch die Linien 
auf dem Tuche, nachdem dieses in der Farbkiipe war und das Wachs davon entfernt 
wurde, eine starke, weiss gebliebene Verzierung zeigen müssen, auf einem mehr oder 
weniger dunkel gefärbten Grunde. Als weitere Typen werden noch behandelt: der Tjanting 
mit zwei Schnäbelchen. Dieser kleine Wachsschöpfer verschafft wirklich grosse Bequem- 
lichkeit, nicht nur zur Herstellung der vielen parallelen geraden Linien und verschiedener 
anderer Batikforrnen, sondern auch, um durch die Handbewegung Wellenlinien zu ziehen, 
die fast zusammenlaufen, wie solche allgemein in Gebrauch sind. 
Weniger häufig kommen die Tjantings mit mehr als zwei Schnäbeln vor; haben sie 
vier Schnäbel, so dienen sie hauptsächlich zu punktirten Mustern. Es gibt Tjantings bis zu 
sieben Schnäbeln, die dann den Namen „tjanting bjok" erhalten, was den „zusammen 
niederstippenden Tjanting" bedeutet. Der Verfasser geht sehr ausführlich ins Detail
	        

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