MAK

Volltext: Monatszeitschrift III (1900 / Heft 12)

 
Armband von R. Foy, Paris 
Leider haben wir nur eine ganz kleine Anzahl von Laliques Arbeiten 
zur Abbildung auf diesen Seiten erlangen können. Und um die Grösse des 
unendlich vielseitigen Meisters ganz beurtheilen zu können, muss man in 
seinen unzähligen Skizzenmappen geblättert haben, muss man in seinem 
freundlichen, anspruchslosen Atelier mit dem stillen schlichten Mann über 
seine Ideen, seine Ideale 
geplaudert haben, muss man 
zum mindesten sein ganzes 
Werk unmittelbar vor Augen 
gehabt haben. Denn selbst 
die getreueste Abbildung 
vermag die hundertfältigen 
Herrlichkeiten nicht wieder- 
zugeben, die sein Genius 
schafft; geschweige denn das 
todte Wort. Wie wollte man 
auch etwa die grosse, wun- 
dersame Libellebeschreiben, 
deren edelsteinbesetzter, mit 
Löwenpranken bewehrter 
Goldleib in einem märchen- 
haften Frauenkopf endet; 
wie wollte man die Harmonie 
schildern, in die der zarte, 
flaschengrüne, klardurch- 
sichtige ä jour-Schmelz der 
Flügel zusammenklingt mit 
dem pfaublauen Email, den 
Opalen und den Diamanten 
ihrer augenartigen Zeich- 
nung; wie wollte man von Fruchtschale van R. Foy, Paris 

	        

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