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Volltext: Monatszeitschrift IV (1901 / Heft 1)

Zimmer nach dem Original im Schlosse Compiäegne 
mehr auf den geselligen Verkehr in Innenräumen; der ehedem alltägliche 
Frack der Männer hat sich einzig als Salonkleidung erhalten; das decolletirte 
Schleppkleid der Frau, das in alten Zeiten Alltagstracht war, ist lediglich 
Festgewand geblieben; zahlreiche Arten des Geschmeides, die man seiner- 
zeit an Strassen- und Hauskleidung trug, schmücken heute einzig Theil- 
nehmer festlicher Vereinigungen. Noch manche andere Beispiele liessen sich 
anführen, die beweisen, wie das Alltagsleben in allen seinen Äusserungen mit 
der neuen Zeit vorgeschritten, wie das gesellschaftliche Leben den Sitten 
der alten Zeit treu geblieben ist. Dort weht frisch und frei der kräftige Hauch 
der gesund-materialistischen Zeit des Dampfes und der Elektricität; hier 
klingt allerorten der feinceremoniöse Ton des Hötel de Rambouillet nach, 
das vornehm abgemessene Gehaben der Glanzzeit von Versailles, die Grazie 
der Rococozeit, die tändelncle Anmuth des Kreises von Petit-Trianon, der 
glänzende Pomp des ersten Empire, die sorglose Lebensfreudigkeit der 
Epoche des „ewigtanzenden" Wiener Congresses. 
Wer früher bei uns zu Lande diese liebenswürdigen Schutzgeister des 
geselligen Verkehrs im würdigen Schmucke seiner Gesellschaftsräume wecken
	        

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