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Volltext: Monatszeitschrift IV (1901 / Heft 2)

Fries aus H. A. Knehlers Ausstellung in Stockholm 1897 (Eckbildung) 
 
jüngsten Versuche des unermüdlich fortschreitenden Kaehler, die eigentlich 
in das architektonische Gebiet hinübergreifen. 
Die uralte Technik, glasirte Platten in eine mit Putzmörtel bedeckte 
Wandfläche zu drücken, verwertet er in neuester Zeit zu Friesbildungen 
von grossem Reiz. Die Fayenceplättchen sind farbig, der Grund ist weiss, 
und die streng concipirte Zeichnung wird durch die Contouren der in den 
verschiedensten Formen geschnittenen mosaikartig aneinandergereihten 
Fayencestücke gebildet. Die Stockholmer Industrie-Ausstellung 1897 brachte 
einen solchen Fries, der aus radschlagenden Pfauen, die mit hohen Bäumen 
abwechselten, gebildet war. In Paris war in derselben Technik ein Zug von 
Seeadlem, die über eine bewegte Wasserfläche fliegen, dargestellt. 
So wuchs der tüchtige Töpfer, der Nutzgefässe und Kachelöfen formte, 
durch Begabung und Liebe zur Kunst so mächtig, dass er die scheinbar 
engen Grenzen seines Handwerks ausdehnte, bis die Kunst in seinem 
Schaffen ihren Raum fand und das Handwerk adelte. 
AQÜARELLISTENCLÜB. Die XV. Aquarellausstellung im Künstlerhause ist 
recht ansehnlich ausgefallen. Die Wasserfarbe zwar spielt in ihr die geringste Rolle, 
das bequeme Pastell hat sie einstweilen in den Hintergrund gedrängt, und als Hauptstück 
an der Haupt-wand des l-Iauptsaales dient Hubert I-Ierkomers berühmter Prunkschild: „The 
triumph cf the hour". Eine allegorisch-symbolische Composition über den Ewigkeitsbegriff, 
ausgeführt als Relief in weissem Metall, mit farbiger Höhung durch Appliquen in Maler- 
email. Nach Elkingtons Miltonschild (modellirt von Carrier-Belleuse) auf der Wiener 
Weltausstellung, einem für seine Zeit recht frei gedachten Werke, und dem für Klinkosch 
ausgeführten jubiläumsschild Rudolf Weyrs, der etwas schwer ins Architektonische geht, 
ist Herkomers Stundenschild eine meisterhafte moderne Lösung der Aufgabe. Er ist ein 
mandelförmiges Breitgebilde, in dem statt der Schulforrnen nur Naturformen und. . . .
	        

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