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Volltext: Monatszeitschrift IV (1901 / Heft 2)

hindurch auf gelb besonnte Wiesenhänge, oder das Spiel der Abendsonne auf den Kirchen- 
ruinen von Wisby und anderes mehr sind lauter Motive, die diese Art von Geist wecken. 
Darin hat er auch einen Berührungspunkt mit Ribarz, bei dem gleichfalls die Tapeten- und 
Gobelinfarbe anzuklingen pflegt. 
OZA ÜPRKA. Über diesen frischen mährischen Land- und Volksmaler haben wir 
im December vorigen jahres, anlässlich seiner Ausstellung bei Miethke, näher 
gesprochen. Eine farbige Tafel unseres vorliegenden Heftes gibt eines seiner Bilder („Im 
Frühling") wieder, wie sie in dem stattlichen Uprka-Werke der böhmischen graphischen 
Gesellschaft „Unie" in Prag gesammelt vorliegen. Der gelungene Dreifarbendruck lässt 
namentlich auch erkennen, wie sich die Farbenstimmung Uprkas etwa von der herberen 
Hörmanns unterscheidet. Ob sonnig, ob dämmerig, sie ist immer die des harmlosen, glück- 
lichen Idylls; auch der Abend kommt wie ein stiller friedfertiger Nachbar, von dem 
nichts zu befürchten ist. Von dem erwähnten Prachtwerke (Prag xgol) liegt vorderhand 
die erste Abtheilung vor. Sie enthält zunächst eine sehr ausführliche Biographie und 
Charakteristik des Künstlers, von Karel B. Madl, in deren Text zahlreiche schwarze und 
farbige Bildchen eingeschaltet sind. Darauf folgt der Albumtheil mit 20 grossen farbigen 
Tafeln, die in vorzüglicher Wiedergabe eine Reihe der wirksamsten Einzelstudien und 
Massenscenen des Künstlers bringen. Das Werk ist jedenfalls eine originelle Erscheinung 
des Kunstmarktes. 
WIENER CAMERA-CLUB. In der Galerie Miethke hat der Club soeben seine 
erste Jahresausstellung eröffnet, die sich unmittelbar an das grosse Publicum 
wendet. Der illustrirte Katalog weist x26 Nummern auf, denen man eine strenge Auswahl 
nachrühmen muss. Der erste Blick durch den Saal zeigt, welche gewaltigen Fortschritte 
zur Farbigkeit und Stimmungsfülle die künstlerische Photographie gemacht hat. Dass der 
Gummidruck mit seinem ausgiebigen, an die Wucht des Wasserpinsels gemahnenden 
Aquarellwesen dabei die Hauptrolle spielt, ist selbstverständlich. Angesichts der Birken- 
landschaR von Dr. H. Henneberg-Wien muss man an Böcklin denken, und Hauptmann 
L. David-Budweis bringt mit seinem „Hafen von Rotterdam" ein Schwarzweiss hervor, 
das eine ganze Palette enthält. Ghiglione-Wien verleiht einer dunklen Pinienlandschaü mit 
weissem Gewölk eine ganz heroische Stimmung. In der Composition fdrmlicher 
Symphonien von Helldunkel, die in ihren pikanten Schwärzen an alte spanische Meister 
erinnern, erzielen Dr. A. Kirstein-Berlin („Blütenfall", mit nackter Figur dabei) und 
O. Schmidt-Wien (Stilleben mit Todtenkopf und Kircheninterieur) die schönsten Bild- 
wirkungen. Andere gehen den feinen, hellen Silberstimmungen nach, wie Dr. j. Hofmann- 
Wien in seiner „Grossstadtluf ", die den Karlsplatz im Nebeldunst zeigt, oder Graf 
M. Esterhazy-Budapest in einer kleinen Donau-Aufnahme, wo über dem zierlichen Wellen- 
gewimmel ein interessanter heller Himmelsileck steht. Eine kleine Winterstudie aus 
Budweis, von Schiebl, bringt mit Kraft und Mannigfaltigkeit die weisse Note. Treffliche 
Porträts bringen Dr. Spitzer, unter anderem die lebendig gewendete Halbhgur des Malers 
Engelhart, und Baron O. Laudon, beide in Wien. Philipp von Schoeller-Wien tixirt Momente 
aus dem Erdenwallen seiner Dachshunde, Gruppen und Reihen von Teckeln, mit all der 
Charakteristik in Beschaulichkeit und Humor, die dieser Rasse eigen ist. Diese gemüthlichen 
Aufnahmen finden lebhaften Beifall. Noch andere Besonderheiten fallen auf, unter anderem 
neue Aufnahmen von der Gondel des Ballons aus von Hauptmann F. Hinterstoisser, aus 
einer Höhe von 600 Metern. Kurz, der Club hat seinen ersten Schritt in die grosse Welt mit 
entschiedenem Glück gethan. 
UTTO KRUMHAAR. Bei Miethke hat jetzt auch dieser Wiener Porträtmaler, der 
seit Jahren in Berlin wohnt, eine Sammlung seiner Arbeiten zur Ansicht gebracht. 
Auf den hiesigen Kunstausstellungen kommt er selten vor, aber er ist eine tüchtige
	        

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