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Volltext: Monatszeitschrift IV (1901 / Heft 3)

bildsamer Stoff betrachtet 
werden kann, geradeso zu 
entsprechen, wie demThone. 
Freilich begibt sich das 
Edelmetall durch den Ver- 
zicht auf das Treibverfahren, 
einer Eigenschaft, die es vor 
den meisten Mischmetallen 
auszeichnet; aber die Nicht- 
anwendung einer specifi- 
schen Technik ist sicherlich 
noch kein stilistischer Fehler, 
zumal, wenn es auf diese 
Weise gelingt, zwei Haupt- 
merkmale des modernen 
Zeitgeistes, einmal dem Stre- 
ben unserer raschlebigen 
Zeit nach verkürzten techni- 
schen Verfahren, dann der 
Vorliebe des heutigen Ge- . 
Schmackes für das Individu- Schale von der Goldsmiths Silversmiths Company, London 
elle in der Kunst, in charak- 
teristischer Weise Ausdruck zu verleihen. Zweifellos aber ist, dass man die 
Gusstechnik zur Decorirung von Metallgeräth nur da stilistisch unanfechtbar 
wird heranziehen dürfen, wo es sich um Gegenstände handelt, die - wie 
etwa der prächtige Weinkühler Charpentiers, den unsere Illustration wieder- 
gibt - infolge ihres Zweckes nicht eine nur auf dem Wege des Treibens 
erreichbare Dünnheit der Wandung und daraus folgende Leichtigkeit bei 
gleichzeitiger grosser Zähigkeit erheischen. 
Wie die französische Goldschmiedekunst, so charakterisirte sich auf 
der Ausstellung auch die französische Emaillirkunst durch unvergleichliche 
Virtuosität der Technik und das weitaus überwiegende Vorherrschen der 
retrospectiven Richtung. Die meisten der grossen bekannten Emailleure, 
die Garnier, Grandhomme, 
Gouirand, Hirtz, Meyer, 
Muffang u. a. m. arbeiten 
im Stile des Limusiner Ma- 
leremails, nur ganz spärlich 
da und dort einmal moder- 
nen Kunstideen folgend. Als 
wahrhaft moderne Email- 
künstler ersten Ranges wä- 
ren wohl nur E. Tourrette 
Schale von Hoecker ä Sohn, Amsterdam Ufld  Feuillätre zu be- 
 

	        

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