MAK

Volltext: Monatszeitschrift IV (1901 / Heft 5)

 
K. k. Fachschule Teplitz, Steinzeuggefässe 
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specifische Erfindungsgeist, den die gesunde Arbeiterhand immer hat, es 
kommt wieder Geist in den Stoff. Damit ist die beste Bürgschaft für die 
Zukunft gegeben. Der im Zweck denkende, beziehungsweise im Material 
fühlende Handwerker wird wieder vorhanden sein und, wenn sein Talent 
ihn in die Kunstgewerbeschule erheben sollte, sich dort vom Handwerker 
aus weiter entwickeln, also zum wirklich praktischen Künstler und modernen 
Kunstanwender. Als die Keime dazu sind diese Erzeugnisse des Schüler- 
fleisses anzusehen. Sie sind weder für den Markt, noch für eine Ausstellung 
geschaffen, aber die angeborene kunstgewerbliche Eignung der österreichi- 
schen Völkerstämme ist so gross, dass sie nur in 
die richtige Bahn gelenkt zu werden braucht, 
um alsbald Markt- und Ausstellungsfähiges zu 
schaffen. Wir brauchen nur auf die grossen Pariser 
Erfolge unseres Spitzencurses hinzuweisen, der nun 
für drei Jahre mit ausländischen Bestellungen 
versorgt ist und in den Pariser Prachtpublicationen 
über die Weltausstellung im Capitel „Dentelle" 
meistens voransteht und die meisten Illustrationen 
liefert. Die Unterrichtsverwaltung lässt es sich 
auch angelegen sein, die Mannigfaltigkeit des öster- 
reichischen Volksgeistes zu wahren und zu heben. 
Die Natur der einzelnen Kronländer und der Cha- 
rakter ihrer Bevölkerung spricht da entscheidend 
mit. Die moderne Kunst wird dies noch steigern, 
denn der Boden erzeugt das Material und das 
Material das ihm angemessene Kunstgewerbe. 
Darum ist es auch durchaus richtig, wenn trotz aller 
Modernheit die Fäden zum Alten, dem provinziellen _ 
wie selbst dem localen, nicht abgeschnitten, sondern K k_ Flchschule Steinschönau, 
im Gegentheil neu angeknüpft werden. Kann man Verziems Glas 
 
an?
	        

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