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Volltext: Monatszeitschrift IV (1901 / Heft 5)

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Marianne Stokes, Das ewige Licht 
deren Ausdrucksmittel die nämlichen sind, also zweier Maler, zweier Bild- 
hauer, zu gehören! 
Allein man darf daran erinnern, dass ein vorzügliches Bedingnis wahrer 
Künstlerschaft, ein eigenes Gefühl vom Leben, eine stark ausgeprägte persön- 
liche Art zu sehen ist. Eine solche Malerehe wird also die Probe zu liefern 
haben, ob die künstlerische Art Beider stark genug war; nach Jahren wird 
es sich dann erwiesen haben, ob - von geringfügigen technischen Ähnlich- 
keiten natürlich abgesehen- eine Anpassung oder gar ein völliges Aufgehen 
im anderen Talente stattgefunden hat. Miss Siddal, die Frau Dante Gabriel 
Rossettis, war Malerin, allein nur der Grad der Meisterschaft ist das Erken- 
nungszeichen, das zwischen den Bildern und Studien Beider scheidet. Ein 
Talent ist von einem Genie erdrückt worden. So geht es wohl vielemale. 
Das sind so Gedanken, die das Bild einer Künstlerehe anregt. Marianne 
und Adrian Stokes - die anglisirte Österreicherin und ihr Gemahl, der sehr 
europäische Engländer - sind heute wohl über alle Gefahren derAssimilation 
(es scheint mir dies überhaupt die stärkste Gefahr für den schaffenden) 
hinaus. Zwischen den Sondergebieten ihrer Kunst sind reinliche Grenzen; 
Adrian Stokes ist Landschafter; ihn locken die Stimmungen der Luft, die 
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