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Volltext: Monatszeitschrift IV (1901 / Heft 5)

Marianne Stokes. "Gegrüsst seist Du, Maria!" 
anne Stokes sieht sich aller- 
orten die Menschen an, sie hat 
Freude an den Sorgenfalten 
alter Tiroler Mütterchen oder an 
der altklugen Art niederländi- 
scher Kinder. Doch ist es nicht 
allein die Stoffwahl, die zwi- 
schen Mann und Frau - als 
Malern - die Grenze bildet. 
Nichtnur, was sie an demselben 
Flecken Erde sehen, auch wie 
es sich in ihnen spiegelt und 
als Erinnerungsbild im Be- 
wusstsein bleibt, ist grundver- 
schieden. Das künstlerische 
Ziel Adrians ist die Aufrichtig- 
keit. Wie er Bäume sieht, will 
er sie malen, mit ihren welken 
Blätternunddenwurmstichigen 
Ästen, wenn sie welche haben. 
Jede solche Landschaft ist ein 
ungemein aufrichtiges Bild der 
Natur, ein Exempel logischer 
Malerei - könnte man sagen. 
Marianne Stokes strebt nach 
decorativer Wirkung, nach 
Originalität oder Einfachheit 
der Flächen- oder Linienver- 
theilung, nach persönlicher 
Schönheit. Das ist der Stand 
von heute, das gegenwärtige 
Resultat einer schönen künstle- 
rischen Entwicklung, deren 
Anfänge fast dreissig Jahre 
zurückliegen. 
Adrian Stokes ist der Sohn 
eines Schulinspectors. Die 
WissenschaftstandseinerWiege und seinerjugend näher als diebildende Kunst. 
Sein Beruf ist in früher Kinderzeit schon bestimmt, er soll zur Marine gehen. 
Allein die politischen Verhältnisse vernichten diese Pläne, der Kaufmannsstand 
taucht als das Lebensziel des Jünglings auf. Liverpool, nach Edinborough 
vielleicht die schönste, sicherlich die kunstliebendste Provinzstadt Englands, 
soll die neue Heimat werden; dort soll er einer jener „Broker" und „Banker"
	        

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