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Volltext: Monatszeitschrift IV (1901 / Heft 6 und 7)

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Phantasie, der letzte 
Ausläufer der Barock- 
kunst und doch eines 
der besten Werke der- 
selben. Der Geist des 
Meisters hat souverän 
über der bewegten Fülle 
gewaltet und jedes Ge- 
fühl von Gezwungen- 
heit fehlt dem Be- 
schauer. Der schöne 
Gesammteindruck wird 
bei der Detailbesichti- 
gung nur verstärkt und 
gewährt vertieften Ge- 
nuss. Sponsel verdient 
wirkliche Anerkennung 
dafür, dass er diesen 
Gefühlen der Bewun- 
derung über das Modell 
zum Reiterdenkmal 
August III. Ausdruck 
verliehen hat. Er hat 
dieses als Cabinetstück 
an seinen Platz gestellt, 
ohne einen missbilligen- 
den ' Seitenblick auf 
das durch technische 
Schwierigkeiten ver- 
eitelte grosse Monu- 
ment zu werfen. Er hat 
vor kurzem auch, wie 
er mir mittheilte, Notizen gefunden, die bezeugen, dass auch die bronzene 
Reiterstatuette August des Starken im Grünen Gewölbe schon an und für 
sich als Schmuck eines Salons gedacht war, dass also der Gebrauch der 
Zeit schon Freude genug an einem solchen Cabinetstück fand. Betrachtet 
man mit Berücksichtigung dieses analogen Falles die kleine Ausführung des 
Denkmales für August III. in Porzellan als selbständige Leistung, so wird 
auch der künstlerische Wert desselben niemandem verschlossen bleiben. 
Es ist ein Beweis für das echte Künstlerthum Kändlers, dass es ihn nie 
ruhen liess bei dem Erreichten. Er strebte fortwährend weiter. Aufmerksam 
lauschte er hinaus und er verstand die Sprache seiner Zeit. So machte er 
den Übergang zum Rococo mit und ward sogar der Schöpfer der so charak- 
teristischen Kleinplastik des Rococo. Noch als Leiter der Modelleure zu 
Johann Ioachim Kändler, Ausgeführles Theilstück zu dem Ehrentempel
	        

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