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Volltext: Monatszeitschrift IV (1901 / Heft 6 und 7)

Siesta erschöpft; 
alles wohl mit Ab- 
sicht flau im Tone, 
sehr flott gemacht, 
mit einem Anflug 
von Ironie. Das 
dritte Daxnenwerk 
der Myrbach- 
Schule ist eine Bil- 
derfibel von Alice 
Korvin-Müller, 
nicht gesucht ma- 
lerisch und daher 
unfassbar für das 
kindliche Auge, 
sondern mit gutem 
Verständnis rein 
flächenhaft behan- 
delt, wie es dem 
 
unentwickelten 
K. k. Kunstgewerbeschule in Prag, Specialschule für textile Kunst dreidimensionalen 
(Professor julius Ambrus), Entwurf von Rudolf Stern: Sehen des Kindes 
entspricht. Ener- 
gisch, kräftig, derb, nicht ohne Anlehnung an altdeutsche Vorbilder, 
aber mit eigenem Temperament und Humor gesehen, sind die sieben 
Lasterteufel von Karl F. Bell. Aber auch die Skizzirübungen der Schule 
nach dem bewegten Modell, die Ferialstudien in Aquarell und Öl von Schu- 
finsky, Hartmann, Ostersetzer, darunter stimmungsvolle Landschaften, 
sind höchst achtenswert. Ein starkes Talent ist Heinrich Comploj, 
seine Originalalgraphien und das Plakat für die Wiener Mode sind pikante, 
technisch vorzügliche Arbeiten. Beschränkt Myrbach im allgemeinen seine 
Schüler auf die Pflege der Buchillustration und Lithographie, um deren 
Hebung er sich unermüdlich immer neue Verdienste erwirbt, so fördert er 
doch auch die Versuche seiner Schüler in Lösung monumentaler Aufgaben. 
Schneiders grosser Fries für die Facade eines Verkaufshauses einer Glas- 
fabrik ist eine sehr gelungene Arbeit dieser Art, voll kräftiger Züge. 
In der Schule Kargers wird das figurale Zeichnen und Malen für alle 
Zwecke der Decoration gepflegt, vom einfachen graphischen Schmuck bis 
zur malerischen Wanddecoration. Der persönliche Einfluss des Lehrers 
erstreckt sich noch auf einen anderen wesentlichen Punkt: auf die Ver- 
mittlung des Grundsatzes, alles, auch das Unscheinbarste, mit peinlichster, 
treuester Gewissenhaftigkeit auszuarbeiten. Flüchtiges, geniales Hinwerfen 
eines Gedankens, ohne ihm auch die entsprechende Formvollendung zu 
geben, wird hier nicht geduldet. Sonst aber lässt Karger seinen Schülern
	        

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