MAK

Volltext: Monatszeitschrift IV (1901 / Heft 6 und 7)

 
Eine ideale Offxcierswohnung, Kamin im Speisezimmer 
gegeben, den man fühlt, wenn man einen Augenblick in die Sonne geschaut hat und dann 
durch Wendungen des Augapfels die kleine kreisrunde Scheibe auf der Netzhaut, von 
complementärem Blauviolett, durch die ganze Umgebung spazieren führt. Ein kühnes 
Experiment des Malers, dem man aber bei so eigenthümlicher malerischer Wirkung nicht 
grollen kann. Auch die Figurenbilder sind oft von fühlbarer Wahrheit der exotischen Farbe 
und Typik. Angesichts des Widerstrebens jener Morgenländer, sich malen zu lassen, hatte 
derKünstler sichauf eine Biegende Schnelltechnik einzurichten. Manchmalwischte eraus dem 
Dunklen die Lichter des Grundes einfach heraus. Oder er begann eine Vedute (Omar- 
Moschee) mit der Feder zu zeichnen und leicht zu tönen, aber die Schönheit des Motivs 
lockte ihn immer weiter in die Farbe, und er hatte schliesslich ein saftiges Aquarellbild 
gemalt. Neben den Palästinabildern hat Krämer auch Sachen von seinen früheren Studien- 
fahrten ausgestellt. Grosses und Kleines aus Spanien, Tanger, Tunis, Sicilien, den Hanse- 
städten, Holland. Man sieht die Wandlungen, die der hochbegabte Leopold Müller-Schüler 
in der Farbe durchmacht: von der draufhauenden Brillanz des Anfangs, die doch noch 
nach Schulrecept schmeckt, zu den vornehmen Mässigungen und Tonschwebungen der
	        

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