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Volltext: Monatszeitschrift IV (1901 / Heft 8)

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sofort darüber klar zu sein, dass der Reiz des Kunstwerkes nur in einer 
Umsetzung besteht, die in decorativen Gründen ihren Ursprung hat. Nicht 
bloss die Schotten machen ihre Bilder so, dass sie farbige Punkte an der 
Wand sind, sondern 
wir alle empfinden alle 
diese Bilder guter mo- 
derner Künstler als ein 
Stück Decoration vor 
der Zimmerwand. Der 
Impressionismus be- 
gann mit Abtönungen, 
mit Bindungen, die 
durch die Auflösung der 
gewohnten Farbenflä- 
chen nöthig waren, er 
schwor auf „Luft", nur 
weil die Luft ein glän- 
zendes Mittel maleri- 
scher Wirkung ist, er 
überwand die Luft und 
betete das Licht an, das 
noch tiefere decorative 
Poesien gestattete, er 
breitet sich über die gan- 
ze Strecke aus bis in das 
Märchen hinein, bis in 
das Paradies, undimmer 
nimmt er seine Stärke 
aus jener decorativen 
Mannigfaltigkeit, die un- 
sere persönliche Herr- 
schaft geggnübef der Seidenstoff, L'Art Nouveau. Bing. Pariser Weltausstellung zgoo 
Natur gestattet. Wir 
halten nur dasjenige Bild noch für gut, das in sich ein guter Farbenteppich 
ist, je deutlicher es Abklatsch der Natur ist, desto mehr verachten wir es. 
In demselben Masse, in dem wir freier wurden, wurden wir decorativer. 
Wir übertreffen die Meister der Renaissance, die uns allein in der Form noch 
decorativ wichtig sind, so dass wir den Galerieton brauchen, die Patina, um 
ihre Farben zu binden. Nachdem sie die formalen decorativen Elemente der 
Malerei ausgebildet hatten, war es unsere Aufgabe, es mit der Farbe ebenso 
zu thun. Je schärfer wir die Geschichte ansehen, desto deutlicher erkennen 
wir, dass der Charakter, der Fortschritt, alle Vervollkommnung der modernen 
Kunst in dieser Farbe liegt. Was die Cornelius oder die Achenbachs oder die 
Vautiers hinzugebracht haben, ist nichts gegen die Methode des Besnard, 
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